Achtsamkeit statt Hamsterrad

Das Jahr 2015 hat stürmisch begonnen - nicht nur wettertechnisch sondern auch auf vielen Schreibtischen. In Gesprächen fällt immer öfter »ich bin schon wieder voll im Hamsterrad und es dreht sich immer schneller«. Parallel dazu steigt die Sehnsucht, dieses Hamsterrad zu verlassen. Wie kann das gehen? Heute morgen hatte ich die Gelegenheit, genau zu diesem Thema einen Kurzvortrag zu halten. 

Hamsterrad bedeutet Aktionismus, To Do Listen, produktiv sein. Und wir haben das Gefühl, dass das Rad sich schneller dreht, als wir es wirklich können. 


Eine Möglichkeit aus dem Hamsterrad auszusteigen bietet das Konzept der Achtsamkeit. Achtsamkeit bedeutet, voll und ganz im Augenblick zu sein, wirklich da zu sein, wo wir sind. Bei der E-Mail, beim Telefonat, beim Vorgang XY. Und sich auch bewusst zu sein, wenn der Kopf schon weiter in der Zukunft ist, beim nächsten Termin oder »Mensch, den Herrn Müller muss ich doch auch noch anrufen« oder noch in der Vergangenheit »Ah heute morgen ... das hätte ich besser machen können«. Mit dem Konzept der Achtsamkeit nehmen wir einfach wahr was ist, ohne zu urteilen und uns innerlich zu kritisieren.

Das bedeutet in den obigen Beispielen: Wir nehmen wahr, dass unsere Gedanken woanders sind und sagen uns innerlich »Ich nehme wahr, dass ich abschweife, jetzt komme ich wieder zurück«. Vielen Menschen hilft es auch, sich diese Gedanken kurz zu notieren (»Müller anrufen«) und dann zur Aufgabe zurückzukehren. 


Eine Methode der Achtsamkeit besteht darin, seine Gefühle und Gedanken zu benennen. Dadurch werden sie weniger bedrohlich. Wir können somit unserem inneren Hamster ein freundliches »Hallo!« zurufen und uns dann umschauen, ob wir tatsächlich in einem Hamsterrad sitzen.


Das Gefühl des Hamsterrad entsteht meines Erachtens primär dadurch, dass unsere Gedanken und Gefühle mit uns durchdrehen und sich ein Kopfkino verselbständigt, welches sich in der Zukunft abspielt: »Das noch und das noch... herrje, wie soll ich das alles schaffen, ... das geht gar nicht ...«. Oft haben wir vielleicht auch das Gefühl, jetzt nicht die Zeit zu haben, uns wirklich mit dem einen Vorgang komplett zu beschäftigen. Probieren Sie es aus, lassen Sie sich komplett darauf ein. Und schauen Sie, welche Erfahrungen Sie machen. 


Achtsam sein im Businessalltag bedeutet auch, sich aus einer Beobachterperspektive wahrzunehmen. Wenn wir uns überlegen, wie wir unser Verhalten beschreiben würden, benennen wir unser Verhalten. Dadurch bekommen wir automatisch Abstand zu uns, welcher uns handlungsfähiger macht. 


Und weitere ausführliche Tipps, wie wir mit Achtsamkeit aus dem Hamsterrad aussteigen können, gibt es in meinen Vorträgen oder auch in meinem Buch »Strandkorb-Prinzip«. 


(Foto: fotolia.com)

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