5 Take-Aways :: »Beziehung und Business«

»Beziehungen und Beziehungsgestaltung werden total unterschätzt« ist mein persönliches Fazit nach zwei Tagen Konferenz Ende Mai. Am 28. Und 29. Mai fand zum zweiten Mal eine Konferenz von in-stability in Hannover statt. Das Thema: »Beziehung und Business«. Was sich im ersten Moment nach vielem und nichts anhört, entpuppte sich sehr schnell als allgegenwärtiges Spannungsfeld im täglichen Handeln. Denn wir alle haben das Bedürfnis, eine gute Beziehung zu uns selbst und zu anderen Menschen zu gestalten.


Im Folgenden meine fünf persönlichen Highlights:

1.     Business ist durch Beziehung besser möglich: »Ist Beziehung und Business nicht ein Widerspruch?« - mit dieser Frage eröffneten Dr. Michael Korpiun und Martin Thiele ihren Einstiegsvortrag. Die Antwort ist Nein: Es ist wissenschaftlich belegt, dass Aufmerksamkeit, Wertschätzung, Beachtung einen positiven Einfluss auf die Produktivität haben. Letztlich fielen mir in diesem Zusammenhang zum Zusammenhang zwischen dem Gefühl der Rückendeckung (soziale Unterstützung) im Zusammenhang mit Burnout-Risiko ein: Haben Mitarbeiter das Gefühl der sozialen Unterstützung durch ihre Führungskraft, ist das Burnout-Risiko signifikant niedriger.

2.     Führung ist Beziehungsgestaltung und keine Einbahnstraße: Für eine erfolgreiche, stimmige Beziehungsgestaltung ist sowohl die Führungskraft als auch der einzelne Mitarbeiter verantwortlich und zwar 50-50! Führungskräfte sind oftmals in der Überverantwortung, die den Mitarbeiter wiederum in einer Konsumhaltung unterstützt. Die Referenten ermutigen eine von beiden Seiten aktive und gleichberechtigte Beziehungsgestaltung mit bewusster Entscheidung über gemeinsame Ziele und auch Differenzen in der Beziehung.

3.     Selbstreflexion und Selbstführung als wichtige Voraussetzung für Beziehungsgestaltung: Bevor wir gut mit anderen umgehen können, benötigen wir eine gute Beziehung zu uns selbst. Nur durch Abstand zu uns selbst können wir in einer Beziehung zu anderen Nähe und Distanz aussteuern, uns abgrenzen und die Beziehungen bewusst gestalten.

4.     Relationales statt lineares Denken: Wir müssen weg von einem linearen Anspruch und Checklisten-Denken: Wenn wir A machen, kommt B heraus – ohne Berücksichtigung der individuellen und organisatorischer Kontexte. Ein relationaler Ansatz meint die Beziehungen von einem selbst zu sich selbst, zu anderen und zum Gestaltungsraum zu sehen. Er weitet den Blick und gibt in die Verantwortung zurück zu jedem von uns, in dem wir für uns in unseren Kontexten nach Antworten suchen.

5.     Gefühle sind unser Antrieb: Was macht eine gute Beziehung aus? Lässt sich dies an irgendwelchen Fakten ablesen, gibt es dafür einen Indikator? Ja. Doch es ist ein weicher Indikator. Es sind Gefühle, die uns steuern. Wenn wir uns gut mit uns fühlen, sind wir offener für andere. Das ist sowohl für Führungskräfte als auch für Mitarbeiter entscheidend. Und wir möchten uns in der Beziehung zu anderen gut fühlen, wir möchten als Mensch gesehen und respektiert werden. Und wenn wir selbst unsere Gefühle regulieren können, können wir uns eher auch auf die Gefühle der anderen einstellen.

Und als wirklich ganz persönliches Highlight habe ich ein Maskottchen für mein Kutschenmodell geschenkt bekommen! Sie hat meine Pferde in einem unserem Ausbildungsmodul gesehen, als ich mein Kutschenmodell auf die Probe gestellt habe und musste direkt an ihre „alte Socke“ denken – lieben Dank Doro!

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