Und - gut erholt? Oder von der Kunst Urlaub zu machen.

Die Urlaubszeit ist vorbei, die Straßen und Büros füllen sich wieder. Und - wie war Ihr Urlaub dieses Jahr? Haben Sie sich gut erholt? Sind die Akkus wieder voll? Oder ist der Urlaubseffekt schon wieder am Nachlassen? Beim Aufräumen habe ich einen interessanten Artikel zum Thema gefunden. Er stammt aus »Psychologie heute 08/2014« und heißt »Erholung: Die Kunst neue Kräfte zu sammeln.« Das aus meiner Sicht wichtigste für Sie zusammen gefasst: 

  1. Urlaub scheint manchmal ein riesiges Projekt zu sein: »Längst ist Urlaub kein Vergnügen mehr, sondern eine ernste Angelegenheit. Aus der Lizenz zum Ausruhen ist ein wichtiger Punkt auf der To-Do-Liste geworden.« - wie sieht das bei Ihnen aus? 
  2. Fragen Sie sich: Wovon möchte ich mich eigentlich erholen? Und welche Erwartungen habe ich an die Urlaubszeit? Und welche Erwartungen haben meine Mitreisenden? 
  3. Urlaub dient dazu, uns wieder in die Balance zu bringen: unser Kutschensystem auszugleichen. Körperlich benötigt die Karosserie vielleicht viel Schlaf, Ruhe und Bewegung. Ingo Fröbese rät dazu, sich im Urlaub nicht zu überfordern sondern sich sogar zu unterfordern. Laufen Sie also lieber eine kleinere Runde, so dass Sie denken, dass Sie das am nächsten Tag noch einmal machen könnten. 
  4. Mental und emotional benötigen unsere »Pferde« angemessenes Futter - das ist individuell. Was tut Ihnen gut? Was brauche ich, um innerlich aufzutanken? Meist ist es das Gegenteil von dem, womit wir uns bei der Arbeit beschäftigen. Wer also viel redet, braucht im Urlaub einmal Stille. Wer führend tätig ist, dem tut vielleicht einmal das Treiben lassen gut. 
  5. Empirisch gibt es keine Hinweise darauf, dass Erholung erst nach zehn Tagen anfängt. Die Erholungsforscher raten daher zu mehreren kurzen Urlauben über das Jahr verteilt. 
  6. Größter Erholungskiller sind negative Gedanken an die Arbeit. 

Um den Erholungskiller zu reduzieren, planen Sie einen guten Landeanflug in den Urlaub. Dazu gehört eine Regelung wer Sie vertritt, wie und in welchem "Notfall" Sie erreichbar sind. Wir lösen dies zum Beispiel meist so, dass entweder mein Mann oder ich das Handy dabei haben. So kann einer sein Handy auslassen. Und falls irgendetwas nicht warten kann, reagieren wir nur auf SMS. Sonst nichts. Und schauen auch nur 1x am Tag drauf. 

 

Zum Thema E-Mails und Flut an E-Mails, die sich schnell auftürmen gibt es ebenfalls unterschiedlichste Ansätze: Gewähren Sie zum Beispiel Ihrer Vertretung Zugang zum E-Mail Postfach. Dies habe ich neulich von einem Teilnehmer gehört. Seine Mitarbeiter entwickeln regelrecht Ehrgeiz, alle seine E-Mails bearbeitet zu haben. Für Transparenz ist ebenfalls gesorgt, denn alle E-Mails werden in Ordnern abgelegt wie zum Beispiel "erledigt - nur zur Info" oder "erledigt - wichtigste Vorgänge" oder "bitte Rücksprache". 

 

Meines Erachtens ist ein Gleichgewicht zwischen Urlaub und Regeneration im Alltag sinnvoll. Ein Urlaub kann meiner Meinung nach nicht alles erledigen, was wir im Alltagsgeschäft an Energie aufbrauchen. Eine gute Entspannung im Feierabend und am Wochenende ist ebenso wichtig, zum Beispiel durch einen Abend oder einen Tag ohne irgendeine Verpflichtung, ohne Fernseher und ohne Internet. Lassen Sie Faulheit zu bis irgendwann eine ungewohnte Langeweile entsteht. Keine Angst: das ist dann die therapeutische Langeweile, die sehr erholsam ist. Gute Erholung!

 

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