Die Sache mit dem Abschalten.

Über 30% der Mitarbeiter und Führungskräfte in Deutschland können es nicht: Abschalten. Menschen im IT Umfeld können es noch weniger: über 70% klagen, dass sie nicht abschalten können (2001 lag diese Zahl noch bei 49%). Wenn Sie also abends zwar körperlich zu Hause sind, der Kopf jedoch noch am Arbeitsplatz ist, dann sind Sie nicht alleine. Doch das hilft Ihnen nun auch wenig. In meinen Workshops ist die Frage nach dem »Aus«-Knopf im Kopf ein Dauerbrenner. Wie kommt das?

Meine These zum Thema Abschalten: Damit wir abends gut abschalten können, können wir schon morgens etwas tun. Das Dilemma des Abschaltens beginnt oftmals damit, dass wir viel zu viel in den Tag hineinpacken und die Zeit, die wir für ein ruhiges Arbeiten haben überschätzen und die Zeit, die die Aufgaben benötigen unterschätzen. Wir können uns unseren Tag wie ein Glas vorstellen, in das 300 ml passt. Wir möchten nicht nur 300 ml in dieses Glas packen, sondern mindestens 500 ml. Das passt nicht! Das muss überlaufen. Und so gehen wir abends überfüllt und unzufrieden nach Hause, weil wir nicht alles geschafft haben. Die noch offenen Punkte nagen weiter und kurbeln das Kopfkino an.... Deshalb beginnt Abschalten mit einer selbstbestimmten, ruhigen kurzen Phase am morgen mit Zettel und Stift, ganz analog und altmodisch. Aufschreiben, was ansteht: Was muss wirklich wirklich heute gemacht werden (und was wäre ein Nice-To-Have), wie viel Zeit brauche ich dafür (realistisch). Am Abend gleiches Ritual: Abhaken und mit einem Textmarker highlighten, was erledigt ist und die offenen Enden aufschreiben und auf dem Papier parken. Das sind nur einige Tipps, wie wir das Kopfkino stoppen können. Mehr verrate ich in einem Vortrag, Coaching oder Workshop.


Mein Lieblingszitat zum Thema kommt von John Steinbeck: 


»Die Kunst des Ausruhens ist ein Teil der Kunst des Arbeitens.«


Über Arbeitstechniken und Selbstorganisation machen wir uns viel Gedanken und probieren wir vieles aus. Doch ein Ausruhen, ein Abschalten soll einfach so funktionieren?! Abschalten geht nicht von alleine, sondern möchte gelernt und trainiert werden. Eine Frage zur Selbstreflexion: Was tun Sie, investieren Sie zur Zeit in das Ausruhen, in das Abschalten? 



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