Digitale Kompetenz?! Eine Annäherung aus Sicht der Selbstführung.

Vor ein paar Tagen die größte bereichsübergreifende Studie zur digitalen Transformation der Wirtschaft vom Tranformationswerk erschienen. Das Lesen lohnt sich! Immer wieder wird in der Studie von der „Digitalen Kompetenz“ gesprochen. Was ist das, was von jedem, egal ob Mitarbeiter oder Führungskraft gefordert wird? Ein Blick bei google und ich verstehe „aha, es geht irgendwie um Zugang zu digitalen Medien, Nutzungsvielfalt, technische Kompetenz und eine generelle Offenheit gegenüber der Digitalisierung.“

 

Mir ist das zu technisch. Mal wieder, wenn es um das Thema Digitalisierung geht. Meines Erachtens benötigen wir nicht nur eine technische digitale Kompetenz sondern auch eine Selbststeuerungs-kompetenz im digitalen Kontext.

 

Meine Thesen (Stand heute, nicht in Stein gemeißelt, sondern ein Arbeitsstatus):

  1. Wir benötigen klare Vereinbarungen zur Nutzung von digitalen Medien und zur digitalen Kommunikation – mit uns selbst: Wie und wann kommunizieren wir? Wann bin ich auch einmal offline? Wie gestalte ich Rhythmen bewusst anstatt ständig auf „Stand By“ zu sein?
  2. Wir benötigen klare Vereinbarungen zur digitalen Kommunikation im Team: Wann kommunizieren wir per E-Mail, Chat, wann bin ich wie erreichbar? Auch wenn ich mobil arbeite: Wie sind dann die Regeln?
  3. Wir brauchen eine Unterscheidungsfähigkeit und einen Filter, wir benötigen eine Art Scheuklappen im Umgang mit der Digitalisierung: Was ist mein Ziel – im Projekt, im Prozess, in der Recherche, in der Entwicklung eines neuen Konzeptes? Wonach suche ich konkret? Macht eine Suche im WWW überhaupt Sinn oder sollte ich einfach mal offline und analog nachdenken? Denn ansonsten ist die Gefahr groß, dass ich endlos suche und viel für mich Sinnloses ohne informativen Nährwert konsumiert habe.
  4. Wir benötigen eine Unterscheidungsfähigkeit auf der Metaebene: Wozu ist Digitalisierung gut für mich? Wo bringt mir Digitalisierung Energie? Wo und wie kostet sie mich Energie? Wie investiere ich meine Energie im Kontext der Digitalisierung? Kämpfe ich gegen etwas an, bei dem ich sowieso keinen Einfluss habe? 
  5. Wir sollten uns bewusst sein, dass wir die Zügel bei der Digitalisierung in der Hand haben und in der Hand behalten – wir können den Aus-Knopf betätigen. Und uns einfach mal neugierig abschotten, offline sein und schauen, was das Gehirn so macht, wenn es spazieren geht.

Denn: Wir sind keine Roboter, wir haben einen inneren Kutscher, eine Selbststeuerungsfähigkeit. Diese sollten wir aktivieren und achtsam mit unseren Ressourcen und Möglichkeiten umgehen. Ein Roboter kommt an die Steckdose oder bekommt eine neue Batterie, wenn die Leistung nachlässt. Bei uns müssen wir selbst auf uns aufpassen und auf uns acht geben. 

 

Quelle Foto: fotolia

 

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