9 Argumente für Selbstführung als Führungsaufgabe

Das Thema Selbstführung für Führungskräfte liegt mir wirklich am Herzen liegt. Warum? Weil Sie als Führungskraft im wahrsten Sinne Kraft zum Führen benötigen. Weil Sie häufig zwischen den Stühlen sitzen, Druck von vielen Seiten bekommen, verschiedenste Kennzahlen erreichen, Changeprojekte leiten und dann „auch noch“ das Team motivieren soll. Von zahlreichen Meetings mal ganz zu schweigen.... Ein Führungskräftealltag ist kräftezehrend und oftmals begleitet durch ein Gefühl der Fremdbestimmung.

 

Doch wo bleiben Sie selbst? Wann denken Sie als Führungskraft einmal über sich selbst nach? Wann gehen Sie bewusst einen Schritt zurück und reflektieren, wie Sie sich selbst führen, wer bei Ihnen gerade die Zügel in der Hand hat, was Sie eigentlich motiviert und warum Sie in diesem einen bestimmten Kontext immer so emotional reagieren? Viel zu selten vermutlich, denn die Projekte sind immer dringlicher. Wie sagte schon Alfred Herrhausen »Aktionismus und Hektik sind die Krankheiten unserer Zeit.«.

 

Was bringt es mir also, mich selbst einmal auf die Prioritäten-Liste zu setzen, wenn ich mich als Führungskraft mehr reflektiere, mich besser wahrnehme und besser selbst reguliere?

 

Hier sind 9 Argumente für Sie:

1.     Ich kann meine Aufgaben leichter bewältigen, weil ich meine Emotionen und Gedanken besser kontrollieren kann und ich einen klareren Kopf behalte. Durch ein viel besseres Abschalten nach Feierabend gehe ich morgens mit mehr Energie in den Tag.

2.     Ich bin mir meiner Werte bewusst. Dadurch bin ich motivierter und sehe eine andere Bedeutung in meinem Tun und in meiner Führungsfunktion.

3.     Ich kann meine Emotionen und meine Stimmung steuern, mit Emotionen in meinem Umfeld besser umgehen.

4.     Ich nehme mich besser wahr, insbesondere steigt die Wahrnehmung für die eigene Emotionalität und Gedanken bzw. das eigene Kopfkino. Dadurch erhalte ich Distanz zu mir selbst und zu kritischen Situationen, die ich nun besser einschätzen kann.

5.     Ich nehme mich selbst umfassender wahr und achte insgesamt mehr auf mich, nehme körperliche Zeichen für Überlastungen ernster und sorge besser für mich, ich teile mir meine Kräfte besser ein. So bin ich nachhaltig leistungsfähiger.

6.     In Kontakt mit Mitarbeitern und Kollegen bin ich offener und konstruktiver im Miteinander, ich spreche Kritik offener an und kann selbst mit Feedback besser umgehen. Dadurch wird die Zusammenarbeit angenehmer und produktiver.

7.     Ich nehme Überlastungen und Veränderungen bei meinen Mitarbeitern eher wahr, spreche diese an und kann so gesundheitsorientierter führen.

8.     Ich arbeite effektiver und verbringe mehr Zeit im direkten Kontakt mit meinem Team, ich habe mehr „Kopf“ für mein Team.

9.     Ich bin selbstbewusster.

 

Sie nehmen mit einer bewussten Selbstführung wieder die Zügel in die Hand und werden selbstbestimmter. Damit befriedigen Sie ein Grundbedürfnis, dem Bedürfnis nach Autonomie. 

Sie wissen mit einer bewussten Selbstführung mehr über sich, wofür Sie stehen und auch wo Ihre Grenzen sind (für sich selbst und für das Miteinander im Team). Damit legen Sie die Grundlagen für die Erfüllung eines psychologischen Bedürfnisses Ihrer Mitarbeiter in der heutigen Veränderungsdynamik: dem »Standing« bzw. der »Standfestigkeit von Führungskräften« (Hagehülsmann, Zeitschrift für Transaktionsanalyse 1/2014, S. 49ff.), Mitarbeiter wünschen sich Führungskräfte, an denen sie sich orientieren können, die ihnen personale Sicherheit geben, Widerstände und Emotionen aushalten. Diese Orientierungsfähigkeit zu verkörpern wird Ihnen leichter fallen, je mehr Sie wissen wofür Sie stehen, was Sie antreibt, was Ihnen wichtig ist und je mehr Kraft und Stabilität Sie haben.

 

Dies nützt letztendlich nicht nur Ihnen, weil Sie mit sich mehr im Reinen und zufriedener sein werden. Sondern es nützt auch der Organisation, weil es der Stimmung und so letztlich der Arbeitsproduktivität zu Gute kommt. Und langfristig betrachtet können dadurch Kennzahlen wie zum Beispiel Gesundheitsquote, Loyalität und Engagement erhöht werden.

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