Eine gute Haltung in der Zusammenarbeit: Wer gibt gewinnt

Eine gute Haltung in der Zusammenarbeit: Wer gibt gewinnt

„Wie geht es Dir? Wie läuft es? Was macht Dein Buch?“ fragen mich Christine und Frits, zwei liebe Kollegen vor zwei Wochen. Ich strahle über das ganze Gesicht. „Mir geht es wirklich sehr gut, ich bin gesund und munter, es sind so viele Projekte in der Anbahnung und es ergeben sich überall fantastische Möglichkeiten … Ich glaube, es zahlt sich gerade eine Menge aus … Und das Buch – ja, läuft, es ist nun auch in Englisch verfügbar!“ Frits antwortet darauf „Ja wie schön … und Du hast ja auch lange genug intensiv gearbeitet und investiert, vor allen Dingen an Dir, und jetzt darfst Du ernten.“ Die Worte wirken lange nach. Ich lasse sie sacken und merke immer mehr, wie zwei meiner Lebensmotti sich gerade auszahlen: „Trust the Process“ und „Wer gibt gewinnt!“. Und irgendwie hängen beide auch zusammen.

Wer gibt gewinnt! Was heißt das?

Den Leitsatz „Wer gibt gewinnt“ habe ich vor Jahren im Vertriebs-Netzwerk BNI gelernt. Dort steht Beziehungsaufbau durch Vertrauen im Vordergrund. Sprich: Wir werden eher jemanden weiterempfehlen und unterstützen, wenn wir ihm vertrauen. Und Vertrauen wiederum entsteht, wenn ich mich von der anderen Person auch unterstützt fühle. Im Kern bedeutet es, bevor Du von jemandem aus dem Netzwerk konkret etwas erwartest und forderst, gib ihm etwas, tue etwas für den Netzwerkpartner. Zeig, dass Du in die Beziehung und das Netzwerk investierst. Obwohl ich schnell gemerkt habe, dass BNI für mich nicht passt, dieses Motto ist mir in Fleisch und Blut übergegangen.

Was wir geben können – im Business

Erst geben, dann nehmen. Was können wir alles geben, wie übersetze ich dieses Motto in meinen Geschäftsalltag? Zum Einen gebe ich in meinen Blogartikeln viel Wissen und Erfahrungen weiter. Zum Anderen gehe ich in Vorleistung. Insbesondere am Anfang einer Kundenbeziehung investiere ich viel Zeit in Gespräche, Recherchen, konzeptionelle Überlegungen und kleine Kostproben meiner Arbeit. Aber auch wenn ich schon länger mit meinen Ansprechpartnern zusammenarbeite, investiere ich. Es gibt Projektphasen oder Meetings, wo unklar ist, wohin der Weg geht und ob es ein gemeinsamer Weg wird. Das ist mir bewusst. Und das ist mir bis zu einem gewissen Grad egal. Manchmal, sehr selten, zieht meine innere Unternehmerin dann doch den Strich. Grundsätzlich vertraue ich dem Prozess und dass sich mein Einsatz lohnen wird – wie, mit wem und wann auch immer.

Darüber hinaus gibt es diverse andere Möglichkeiten, etwas zu geben. Wenn Du zum Beispiel eine Einschätzung oder einen Kontakt von einer Person benötigst, gib auf jeden Fall die Basics in die Beziehung hinein: Sei pünktlich, gut vorbereitet, bedanke Dich. Und frage am Ende des Gesprächs: „Was kann ich Ihnen/Dir denn Gutes tun?“

Das können Kleinigkeiten sein, wie zum Beispiel

• Einen Tipp, einen Kontakt zu einem Dienstleister

• Einen Link zu einem guten Artikel zu einem Thema, was gerade relevant ist

• Eine Buchempfehlung

• … und all das, was sonst noch möglich ist.

Und darüber hinaus und insgesamt können wir Vertrauen geben. Wir können übergeordnet mit einer Haltung des Vertrauens in das Leben und ins Businessleben gehen: Vertrauen in die Geschäftsführung oder in die Führungskraft oder in die Person auf der anderen Seite des Bildschirms. Probiere es einmal aus, wie es sich anfühlt, einen Vertrauensvorschuss zu geben – statt innerlich zu hadern, sich zu ärgern, etc.

Was wir geben können – im Alltag

Im normalen Businessalltag und natürlich auch im Privaten können wir folgende Beiträge leisten – es sind Basics, ich weiß. Doch es lohnt sich, sich dessen zu erinnern:

• Pünktlich sein

• Vorbereitet sein

• Bitte sagen oder schreiben

• Danke sagen oder schreiben

• Freundlich sein

• Ein Ohr zum Zuhören, besser zwei

• Die volle Aufmerksamkeit zu der anderen Person

• Ein Lächeln

• Ein Kompliment

Was wir uns selbst geben können

Wir können uns selbst auch etwas Gutes tun – unser Wohlbefinden wird es uns danken:

• Einen tiefen Atemzug nehmen

• Aufrecht hinsetzen

• Den eigenen Körper gut versorgen

• Dem eigenen Körper danken, dass er so gut funktioniert

• Sich innerlich loben und gut zureden

• Auf das fokussieren, was funktioniert und gut läuft und 10 Sekunden das Gute fühlen  

Wer gibt gewinnt! – Doch wozu eigentlich?

Wieso geben wir, wieso schenken wir? Mach hier den Test - es ist ein inspirierender Artikel von John Stepper. Ist es, weil wir uns gut fühlen wollen oder weil wir dem anderen eine Freude machen möchten? Ist es selbstlos oder hat es einen Zweck, ist es an eine Erwartung gekoppelt? Was genau gibt mir das gute Gefühl? Meine Antwort ist ein klares sowohl als auch. Ich spüre jedoch, dass es mir besser geht, wenn ich gebe ohne direkt und sofort eine Gegenleistung zu erwarten, sondern weil ich einfach Spaß am Prozess habe und es aus dem Herzen tun möchte.

Wie ist es bei Dir? 



Quellen: 

Foto: privat | Louisiana Museum of Modern Art in Copenhagen 


2 Kommentare

  • Danke Anke für diesen schönen Impuls zum Jahresende. Wie Du sagst, teilweise "Basics" und trotzdem wäre es wunderbar, wenn mehr Menschen diese verinnerlichen würden. Ich fange mal bei mir an. :-)
  • Hey Frank,

    danke für Dein Feedback! Und sehr gut ... ich mache mit :) Hab eine besinnliche Weihnachtszeit! Liebe Grüße, Anke

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