Mehr Mit-Menschlichkeit in Organisationen oder die Geschichte vom T-Shirt

Mehr Mit-Menschlichkeit in Organisationen oder die Geschichte vom T-Shirt

Einige Ideen und Geschichten für Blogartikel und Vorträge kommen zu mir, wenn ich mich bewege. Wenn ich gar nicht mit „Arbeit“ beschäftige. Und so war es dieses Jahr im Sommerurlaub, als ich durch Oslo spazierte. Eine traumhafte Stadt voller Kunst, Skulpturen, traditioneller und moderner Architektur. Zwischen dem Hafen und der neuen Oper stand auf einmal ein Kunstwerk, an das ich seit dem oft denke. Welches mich im Umgang mit meinen Mitmenschen ermutigt, entspannt und öffnet.

Diese Installation war auf den ersten Blick ein hölzerner Dachstuhl. Zwischen den Bohlen flatterten weiße T-Shirts, Blusen und Hemden. Zusammen mit dem blauen Himmel ergab es ein sehr schönes Bild. Neugierig betrachtete ich dann den Titel des Objektes: „We are still the same. - „In jedem Shirt ist eine Geschichte, weil jemand mit einem warmen Herz es getragen hat. Alle möglichen Menschen sind hier, doch wir sind alle gleich. Nicht klüger als Fische. ...“

ankevonplaten blog still the same


„We are all the same“ 

ist der abgewandelte Kerngedanke, den ich von dieser Skulptur mitnehme. Egal, was wir anziehen, welche Rolle wir bekleiden, wie viel Erfahrung wir haben – wir alle sind Menschen. So unterschiedliche Typen es gibt, so gibt es ein Grundbedürfnis was uns eint: Wir alle sehnen uns nach Zuwendung, nach Liebe. Wir möchten gesehen, anerkannt und respektiert werden.

Mit-Menschlichkeit in Organisationen fängt genau dann an, wenn wir den Menschen sehen – und nicht die Maske oder Fassade. Das gelingt leichter, wenn wir zunächst uns selbst als Menschen mit Stärken, Schwächen, Fehlern und Bedürfnissen anerkennen. Sprich: Wenn wir vor uns selbst und vor anderen unsere Maske ein wenig fallen lassen und uns mit unseren Emotionen zeigen.

Neulich bei einem Workshop mit Mentees und Mentorinnen sagte eine Teilnehmerin zum Schluss sehr treffend zu mir: „Ich hatte gedacht, dass die Mentorinnen viel erfahrener sind und habe sie innerlich auf ein Podest gestellt. Doch im Austausch habe ich festgestellt: Die haben sehr ähnliche Herausforderungen, Probleme und Bedürfnisse wie ich sie habe. Das stimmt wirklich „We are alle the same“.“

In diesem Sinne: Hab Mut und zeige Dich mal öfter als Mensch! 


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2 Kommentare

  • Danke, liebe Anke,
    wie immer sehr schön und anrührend.

    Eine ähnliche Erfahrung habe ich vor vielen Jahren in der psychosomatischen Klinik gemacht. Es war ein Gesamtquerschnitt durch die Bevölkerung dort. Vom Arzt bis zum Ungelernten. Alle in einer Gruppe, mit einem Gemeinsamen. Das war anrührend und eindrucksvoll.
  • Hey Mario,

    danke für Dein Feedback und Deine Erfahrung. Beste Grüße, Anke

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