Die Sache mit der Umsetzung – persönliche Impulse zur Selbstführung

2017 ist noch jung, so richtig geht es erst diese Woche los, zumindest bei mir. Die letzte Woche war ich noch „undercover“ unterwegs, habe mich sortiert und eingestimmt auf die nächsten 12 Monate und 52 Wochen. Diese Zeit brauchte ich, um für mich Klarheit zu bekommen, wie ich 2017 gestalten möchte. Dazu gibt es viel Ruhe, weiße Blätter Papier, bunte Bilder für meine Vision- und Moodboards sowie morgens zwei bis drei Tassen Kaffee und nachmittags einen Spaziergang. In dieser Zeit werden Ziele konkretisiert, Vorhaben und Vorsätze deutlicher. Und obwohl die Terminplanung für größere Beratungsprojekte schon vor vielen Monaten begonnen hat, schärfe ich nun meine Ausrichtung - wie will ich die nächsten Monate gestalten, was ist mir wichtig in meinen Projekten, in meiner Weiterentwicklung, in meinen Beziehungen und für mich ganz persönlich?

 

Aus aktuellem Anlass ist meine Hauptpriorität für 2017 einen gesunden und stabilen Rücken zu bekommen und dann gesund und stabil zu bleiben. Und wie geht das jetzt mit der Umsetzung? Wie komme ich an mein Ziel? Ich nutze hierzu die Checkliste, die ich auch meinen Teilnehmern mit an die Hand gebe:

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Und was machst Du dagegen? Strandkorb-Prinzip im Selbsttest

Ich werde oft gefragt, ob ich denn selbst so lebe wie ich es vermittel, ob ich die vielen Tipps selbst praktiziere. Ja. So weit wie es mir möglich ist. Ich habe den Luxus, mich jeden Tag mit meinem Lieblingsthema zu beschäftigen. Für diesen Luxus habe ich mich bewusst entschieden – mit allen Pros und Contras. Und natürlich setze ich sehr vieles selbst um: Viele Momente der Selbstreflexion, der Routinen zum Abschalten und Auftanken, eine typgerechte Ernährung, das bewusste Steuern meiner Gedanken und Emotionen sowie das Ausleben meiner Werte. Hört sich gut an, oder? Finde ich auch.

 

Und doch ist es mir passiert. Auch als Beraterin für Selbstführung bin ich ein Mensch, habe Stärken und Schwächen und bin verletzlich. Seit September habe ich „Rücken“. Zuerst hat es mit einem leichten Ziehen angefangen, nachdem ich wohl zu intensiv für meinen nächsten Halbmarathon trainiert habe. Ein wenig Tempo rausnehmen, mehr Dehnen, Osteopathie – und dennoch ging es nicht weg. Letztlich hat mein Körper mehrere Wochen sein Bestes gegeben, ohne dass ich es gemerkt habe: er hat kompensiert. Doch vor kurzer Zeit wurde es ihm zu viel und er hat mir deutlich zu verstehen gegeben: Stehenbleiben. Diagnose: Bandscheibenvorfall. Achsbruch meiner Kutsche. Die Kutscherin steigt von der Kutsche ab, vom best-gefederten Sitz im System und stellt fest: die innere Federung ist kaputt.  Was also tun? 

 

Unzählige Rückenexperten meldeten sich in meinem Umfeld und ungefragt zu Wort mit ihren Ratschlägen: Du muss Dich weiter bewegen, Du musst Gymnastik machen, Du musst zur Thai-Massage, Du musst Pilates machen – und Yoga!, Du musst basisch essen, Du musst zur Japanischen Massage, Du musst die Sphinx machen, Du brauchst PRT Spritzen, usw. usf.

 

An sich weiß ich, was gut für mich und mein körperliches System ist. Doch ich gebe zu: Ich war ungeduldig, ich wollte am Gras ziehen und so die Genesung beschleunigen und habe einiges ausprobiert. Das hat nicht gut funktioniert. Und so besinne ich mich auf die älteste Gesundheitsweisheit zurück, dem Ayurveda mit seinen weisen, typgerechten Empfehlungen. Das verbindet sich wunderbar mit dem Konzept der Achtsamkeit. Was mein bewegtes System braucht, ist eine Systempause: Ruhe. Kein Tun. Kein Optimieren. Ab in den mentalen Strandkorb. Einfach mal anhalten, achtsam sein, wahrnehmen. Nichts tun – okay, sehr wenig tun, doch an meine körperliche Kutsche lasse ich nur ausgewählte Experten heran. Ich kann nicht am Gras ziehen.

 

Mir ist mal wieder bewusst geworden, in welchem „Tu-System“ wir automatisch stecken. Egal was ist, wir meinen, wir müssten etwas „dagegen“ tun. Ich bin davon überzeugt, dass wir einfach mal sein dürfen. Innehalten, hineinhören, Reflektieren und Abstand nehmen im persönlichen Strandkorb  – in unser ganz eigenes System hineinhören – denn dafür sind wir die besten Experten. Nachdenken, was es braucht – sowohl jetzt in der Situation als auch in Zukunft, damit die Kutsche wieder rund läuft. Manchmal braucht es kein Tun, sondern ein Nicht-Tun, ein Warten. Einfach mal das Gras wachsen lassen. 

 

Ich werde die Zügel in die Hand nehmen und daraus lernen, eine noch bessere Kutscherin zu werden. 

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Das Gefühl für's Leben.

Keine Show? Keine Bildeffekte? Nur Töne? Ja. So war es. Und so war es gut beim Konzert von Ludovico Einaudi. Er selbst beschreibt sich als Minimalist. Und so war auch sein Konzert vor 3.500 Zuhörern. Kein unnötiges Detail. Kein unnötiges Licht. Kein unnötiges Wort. Nur zum Schluss.

Erst war es seltsam, seltsam ungewohnt nur etwas für die Ohren zu haben. Wie hungrig sind doch die Augen. Und wie erholsam und welch schöne Erfahrung kann es sein, sich voll und ganz auf den Klang einzulassen. Achtsamkeitstraining für die Ohren. Einfach hören.

Seine Musik berührt und entschleunigt. Er selbst gibt jeder Note, jeder Pause einen Sinn, wie er in einem Interview selbst sagt: 

 

»Ich reise in den letzten Jahren sehr viel. Dabei fällt mir auf, dass es überall ähnlich ist: Die Leute verlieren in der Hektik ihr Gefühl fürs Leben. Das ist so anders als in der Kindheit, in der man in versonnener Beschäftigung so intensiv lebt, dass man dabei die ganze Welt vergisst. Als Erwachsene sind die Menschen dann so aufgescheucht, dass sie herumlaufen, ohne den eigentlichen Grund dafür zu wissen. Natürlich glaubt jeder, das alles wäre überlebensnotwendig. Ist es aber meistens nicht. Die Idee meiner Musik ist, die Menschen die Zeit anders erfahren zu lassen. Da kann ein Rhythmus jäh zu Ende sein, da kann selbst ein Sound verstummen, wichtig ist, dass man die Stille hinter der Musik wahrnimmt.«

 

Ich wünsche uns allen, dass wir das Gefühl für unser Leben nicht verlieren.

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Mein Selbstbild als Unternehmerin - ein Interview

Vor kurzem erreichte mich eine Anfrage zu einem Interview von Heide Liebmann. Heide Liebmann und ich "kennen" uns schon seit einiger Zeit über die sozialen Netzwerke. Anfang 2015 beauftragte ich sie dann als Positionierungscoach und sie hat mir sehr bei meiner Kernfrage geholfen "Wofür bin ich eigentlich Expertin". Heide schreibt ebenfalls Bücher. Als Ergänzung zu ihrem letzten Buch "Die Magie der unternehmerischen Persönlichkeit" interviewt sie jede Woche für ihren Blog Unternehmerpersönlichkeiten - letzte Woche war ich dran. Spannende Fragen zur Selbstreflexion und ein paar sehr persönliche Antworten. Hier geht es zum Interview. 

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Neues Jahr - neuer Vertrag 

Ehrlich: Ich freue mich auf dieses Jahr. Es wird gut. Es sind schon schöne Projekte im Kalender und spannende Projekte liegen in der Luft. Die erste Woche im neuen Jahr bin ich am Schreibtisch und stimme mich auf 2016 ein. Dazu gehören in diesem Jahr zwei Tage Zielbestimmung: Was will ich dieses Jahr erreichen? Über was freue ich mich Ende 2016? Wie sollen die einzelnen Monate aussehen? Was sind meine Verträge mit mir selbst? Wie will ich in 2016 arbeiten - und mit wem? Was sind meine Hauptworte und Schwerpunkte? 

Da ich in den letzten Monaten sehr gute Erfahrungen mit obigen Aspekten auf der "Kurzstrecke" für ein paar Monate gemacht habe, stehen nun die Punkte für die Langstrecke 2016 fest. Einen Aspekt möchte ich besonders herausstellen und teilen: Die eigene Vertragsarbeit. 

 

Dieses Instrument stammt aus der Transaktionsanalyse (Analyse der Beziehung zu sich selbst und zu anderen Menschen) und ich durfte es letztes Jahr im Rahmen meiner Ausbildung kennenlernen. Zunächst dachte ich "Vertragsarbeit - hört sich irre langweilig an.".... Doch dieses Modul war bis jetzt eines der wertvollsten für mich persönlich als auch in der Zusammenarbeit mit anderen Menschen.

 

"Ein Vertrag meint eine Verpflichtung sich selbst gegenüber, eine Veränderung vorzunehmen."

 

Welche persönliche Veränderung soll am Ende des Prozesses erreicht sein? Wie merke ich, dass ich meinen Vertrag erfülle, und wie merken es Menschen in meinem Umfeld? Wie belohne ich mich bei Vertragserfüllung? Dies sind einige Fragen bei der Erarbeitung eines Vertrages. Am Ende des Prozesses steht ein positiv formulierter Satz des Endergebnisses (Also "Ich bin ... " - statt "Ich werde ..."). 

 

Verträge sind einer Zielformulierung sehr nah und dennoch empfinde ich diese Vertragsarbeit als intensiver und persönlicher. Bei Zielen geht es für mich um das "Was" oder den quantitativen Aspekt von Erfolg. Ein Vertrag ist das "Wie" und die "Art" des Erfolges. Und natürlich hängen beide Werkzeuge zusammen. Für mich sind beide wichtig und stellen den Kompass für 2016 dar. 

Damit ich beides nicht aus den Augen verliere, startet mein Tag mit einer Tasse Tee oder Kaffee und der Reflexion auf meinen Kompass 2016, damit ich mit meinem Kutschensystem auf meinem Weg bleibe. 

 

 

Bildquelle: photocase

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Und - gut erholt? Oder von der Kunst Urlaub zu machen.

Die Urlaubszeit ist vorbei, die Straßen und Büros füllen sich wieder. Und - wie war Ihr Urlaub dieses Jahr? Haben Sie sich gut erholt? Sind die Akkus wieder voll? Oder ist der Urlaubseffekt schon wieder am Nachlassen? Beim Aufräumen habe ich einen interessanten Artikel zum Thema gefunden. Er stammt aus »Psychologie heute 08/2014« und heißt »Erholung: Die Kunst neue Kräfte zu sammeln.« Das aus meiner Sicht wichtigste für Sie zusammen gefasst: 

  1. Urlaub scheint manchmal ein riesiges Projekt zu sein: »Längst ist Urlaub kein Vergnügen mehr, sondern eine ernste Angelegenheit. Aus der Lizenz zum Ausruhen ist ein wichtiger Punkt auf der To-Do-Liste geworden.« - wie sieht das bei Ihnen aus? 
  2. Fragen Sie sich: Wovon möchte ich mich eigentlich erholen? Und welche Erwartungen habe ich an die Urlaubszeit? Und welche Erwartungen haben meine Mitreisenden? 
  3. Urlaub dient dazu, uns wieder in die Balance zu bringen: unser Kutschensystem auszugleichen. Körperlich benötigt die Karosserie vielleicht viel Schlaf, Ruhe und Bewegung. Ingo Fröbese rät dazu, sich im Urlaub nicht zu überfordern sondern sich sogar zu unterfordern. Laufen Sie also lieber eine kleinere Runde, so dass Sie denken, dass Sie das am nächsten Tag noch einmal machen könnten. 
  4. Mental und emotional benötigen unsere »Pferde« angemessenes Futter - das ist individuell. Was tut Ihnen gut? Was brauche ich, um innerlich aufzutanken? Meist ist es das Gegenteil von dem, womit wir uns bei der Arbeit beschäftigen. Wer also viel redet, braucht im Urlaub einmal Stille. Wer führend tätig ist, dem tut vielleicht einmal das Treiben lassen gut. 
  5. Empirisch gibt es keine Hinweise darauf, dass Erholung erst nach zehn Tagen anfängt. Die Erholungsforscher raten daher zu mehreren kurzen Urlauben über das Jahr verteilt. 
  6. Größter Erholungskiller sind negative Gedanken an die Arbeit. 

Um den Erholungskiller zu reduzieren, planen Sie einen guten Landeanflug in den Urlaub. Dazu gehört eine Regelung wer Sie vertritt, wie und in welchem "Notfall" Sie erreichbar sind. Wir lösen dies zum Beispiel meist so, dass entweder mein Mann oder ich das Handy dabei haben. So kann einer sein Handy auslassen. Und falls irgendetwas nicht warten kann, reagieren wir nur auf SMS. Sonst nichts. Und schauen auch nur 1x am Tag drauf. 

 

Zum Thema E-Mails und Flut an E-Mails, die sich schnell auftürmen gibt es ebenfalls unterschiedlichste Ansätze: Gewähren Sie zum Beispiel Ihrer Vertretung Zugang zum E-Mail Postfach. Dies habe ich neulich von einem Teilnehmer gehört. Seine Mitarbeiter entwickeln regelrecht Ehrgeiz, alle seine E-Mails bearbeitet zu haben. Für Transparenz ist ebenfalls gesorgt, denn alle E-Mails werden in Ordnern abgelegt wie zum Beispiel "erledigt - nur zur Info" oder "erledigt - wichtigste Vorgänge" oder "bitte Rücksprache". 

 

Meines Erachtens ist ein Gleichgewicht zwischen Urlaub und Regeneration im Alltag sinnvoll. Ein Urlaub kann meiner Meinung nach nicht alles erledigen, was wir im Alltagsgeschäft an Energie aufbrauchen. Eine gute Entspannung im Feierabend und am Wochenende ist ebenso wichtig, zum Beispiel durch einen Abend oder einen Tag ohne irgendeine Verpflichtung, ohne Fernseher und ohne Internet. Lassen Sie Faulheit zu bis irgendwann eine ungewohnte Langeweile entsteht. Keine Angst: das ist dann die therapeutische Langeweile, die sehr erholsam ist. Gute Erholung!

 

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Die Geschichte hinter dem Buch 

»Wie bist Du auf den Buchtitel gekommen?« und »Wie geht das, so ein Buch schreiben, wie hast Du das gemacht? Woher nimmst Du die Ideen?«, »Wie lange hat es gedauert, bis es fertig war?« - das sind Fragen, die mir zur Zeit täglich gestellt werden. Daher kommt jetzt - ganz offiziell - die persönliche Geschichte zu meinem Buch.


Fangen wir mit dem Buchtitel an. Dieser hat sich abseits jeglicher Überlegungen zu einem Buchprojekt entwickelt. Anfang des Jahres wurde ich als Referentin für die Pecha-Kucha-Nacht im Mai 2015 eingeladen. Pecha-Kucha ist ein spezielles Vortragsformat mit Wettbewerbscharakter. Pecha-Kucha kommt aus dem Japanischen und meint übersetzt »Wildes Geplapper«. Im Vortragsformat bedeutet es, dass jede Präsentation nur 6:40 Minuten dauern darf und aus 20 Folien besteht. Jede Folie bleibt 20 Sekunden stehen. Schonungslos. Der Referent ist gefordert, sein Thema kurz, knackig und unterhaltsam zu präsentieren.


Die erste Aufgabe für mich bestand in der Abgabe meines Vortragstitels bis Mitte März. Mein Hirn ratterte: Was will ich präsentieren? Was will ich sagen? Wie will ich es sagen? Klar war von Anfang an, dass ich einen »anderen, frechen« Titel gestalten möchte, der konträr zum eigentlichen Thema ist und neugierig macht.


Anfang des Jahres war ich parallel mittendrin in meiner Umpositionierung (weg vom reinen Thema »Gesundheit« hin zu ?). Es waren gefühlt viele lose Enden in der Luft. Mein eigener Anspruch war: Bis zur Pecha-Kucha-Nacht bin ich mir mit meiner Positionierung klar und nutze dies für mich als offiziellen Start meiner Neupositionierung. Erste Ideen war den Schwerpunkt auf das Thema »Achtsamkeit« zu setzen, mit dem Vortragstitel »Scheibenkleister« als Bezug des Themas auf meinen Bandscheibenvorfall in 2013. Achtsamkeit in Reinkultur und als Schwerpunkt stellte sich sowohl für meine Positionierung als auch für einen Vortrag als zu statisch und leise heraus. Es war ein inneres »Naja....geht so....«. Wer mich kennt, weiß wie sehr ich Bewegung benötige... daher ging das gar nicht.


Auf einer meiner Laufrunden lockerte sich mein hoher Anspruch und ich überlegte »Über was rede ich denn in meinen Workshops und Coachings? Und was ist davon prägnant und provokant?« Es geht sehr sehr viel um die Steuerung des inneren Kopfkinos. Und ich zitiere zum Thema Arbeitsorganisation sehr gerne eine Studie, in der auch Kiffer vorkommen. So hatte ich schon zwei Begriffe »Kino.« und »Kiffen.«. Fehlte der Dritte. Anfang des Jahres war gerade der Film »Shades of Gray« in die Kinos gekommen und mir ging dieser Hype ziemlich auf die Nerven – aber es war zumindest für »Die neue Zügellosigkeit.« gut. So stand der Titel für den Vortrag »Kino. Kiffen. Und die neue Zügellosigkeit.« und ich merkte sofort: das passt, das wird gut, das macht Spaß! Und es passte hervorragend zu meinem Kutschensystem, welches ab Mitte Februar Fahrt aufnahm.


Die losen Enden, die ein paar Wochen zuvor noch in der Luft waren, kamen nun alle zusammen. Ein Positionierungscoaching Ende Februar rüttelte mich sowohl durch und bestätigte mich: »Du darfst provozieren, versteck Dich nicht!« und führte zur Positionierung als Expertin für Selbstführung. Hatte ich mich seit zwei Jahren an einer Aktualisierung meines Buches »Strandkorb-Prinzip« versucht, war nun klar: Nein, das passt nicht mehr.


Mein Stil und mein System zur Selbstführung verlangt nach einem neuen Buch. Eine ganz neue Datei wurde geöffnet. »Kino. Kiffen. Und die neue Zügellosigkeit.« war zunächst ein Arbeitstitel. Darf ich wirklich so ein Buch schreiben? Ist der Titel nicht zu provokant? Doch egal mit wem ich über meine Projekte Vortrag oder Buch sprach und den Titel nannte – ich bekam sehr positives Feedback bis hin zu ein paar geschriebenen Worten von einem Bestseller-Autor. Er meinte zu mir »Der Arbeitstitel ist super, bitte so lassen und bloß nicht weichspülen ;) !« Diese Worte verliehen mir ein riesiges Grinsen im Gesicht und verliehen mir innerlich Flügel.


Das Schreiben verlief in zwei Systemen: Einerseits machte ich am Anfang eine Liste mit Überschriften und Themen für die Kapitel. Zum Anderen fing ich einfach an zu schreiben. Im Kopf habe ich mich frei gemacht: Frei von eigenen Ansprüchen und Perfektionismus. Sondern einfach schreiben, mit Begeisterung und Leichtigkeit, ein kleines Büchlein. Wenn es 60 Seiten werden gut, es müssen nicht mehr sein. Keine Beschränkungen, keine Zahlenziele.

Ich hatte mir zum Schreiben ein Motto vorgenommen: »Schreib es mit Liebe und Leichtigkeit.« - diese Motto stand in der Kopfzeile meines Manuskriptes. In der Fußzeile wurde ich erinnert durch »Nicht weichspülen!«.


Wichtig war und ist mir, dass das Lesen leicht sein darf. Keine wissenschaftlichen Abhandlungen, sondern anschauliche, alltagstaugliche Impulse und hier und da ein wenig Hintergrund und Zahlenwerk. Doch ich glaube, wissenschaftliche Literatur und Ratgeber mit erhobenen Zeigefinger gibt es genügend. So habe ich für meine Verhältnisse extrem wenig recherchiert und nachgelesen, sondern meine Sicht der Dinge auf Basis meines Kutschensystems, meiner Erfahrungen sowie dem Feedback von Teilnehmern in Workshops und Coachings verarbeitet und dargestellt. Was nützt einem das schönste Modell und Wissen, wenn es für den Alltag zu komplex ist? So kamen mir die Details und Ideen zur Darstellung meist abseits vom Schreibtisch in Alltagssituationen. Und zumeist kamen die Ideen einfach so beim Schreiben. Für mich ist es ein anderes Denken und Sortieren, wenn meine Finger die Tastatur berühren ...


Um die Anwendung im Alltag anschaulicher zu gestalten, habe ich den Protagonisten »Herrn Meister« aus dem Vortrag ins Buch übernommen. So entsteht ein Transfer in den Alltag und der Leser kann reflektieren, wie es ihm im Vergleich zu Herrn Meister mit den Themen geht. Storytelling statt Zahlen – Daten – Fakten. Und zur Anschaulichkeit dienen meine eigenen Skizzen. Der Grund hierfür ist eine Mischung aus Freude und Faulheit: Mir macht es riesig Spaß mit Flipchart-Markern zu skizzieren und gleichzeitig war ich einfach zu faul für eine aufwendige Bildrecherche oder Grafikerstellung.

Das eigentliche Schreiben dauerte lediglich neun Wochen. Parallel lief mein Tagesgeschäft weiter. Die Wochenenden waren zumeist schreibfrei. Ich habe selten einen Tag nicht geschrieben. Und ich habe selten einen Tag mehr als zwei Stunden geschrieben. Es gab keine Nachtschicht wie bei meinem vorherigen Buch. Schreiben wurde in den Tag integriert. Wenn ich nicht beim Kunden war, schrieb ich gleich morgens 90 Minuten und ggf. noch einmal 90 Minuten am Nachmittag. Hatte ich einen Workshop, schrieb ich auf der Bahnfahrt oder am Abend im Hotel – statt Fernsehgucken. In diesen 90 Minuten schrieb ich sehr fokussiert und sehr konzentriert, keine Ablenkungen, keine Waschmaschine anstellen, keine Telefonate. So können 90 – 180 Minuten sehr produktiv und effektiv sein.


Zum Schluss habe ich die Grafiken erstellt, abfotografiert und eingesetzt. Als dann alles fertig war, war ich seltsamerweise ein wenig traurig, dass das Schreiben vorbei war. Das fertige Manuskript ging dann an vier Korrekturleser mit unterschiedlichen Sichtweisen und Ansprüchen an ein Buch. Parallel briefte ich eine Grafikerin für das Buchcover, die hervorragende Arbeit leistete und das freche und die Andersartigkeit sehr schlicht und klar auf den Punkt brachte. Die Korrekturleser erstaunten und unterstützten mich mit vier unterschiedlichsten Korrekturen. So ging ich im Juni in die letzte Phase. Die Korrekturen waren dann die letzten 20% im Ergebnis, die 80% des Einsatzes erfordern – hart und herzlich. So hat der gesamte Prozess von der ersten Datei bis zum fertigen Buch in der Hand insgesamt drei Monate gedauert.


Nun kribbelt es schon wieder ein wenig in den Fingern, doch zunächst möchte ich erst einmal mit der Kutsche und den Zügeln in der Hand durch die Lande ziehen J

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Business Talk Tina Voß »Nur ich kann mich regulieren«    

Tina Voß ist nicht nur Geschäftsführerin des führenden Personaldienstleisters in der Region Hannover sondern auch Autorin. Erst kürzlich wurde sie ausgezeichnet als Unternehmerin des Jahres 2015. Weitere Recherchen zur Vorbereitung ließen mich an Felix Magath denken: Sie hat ihren Mitarbeitern Medizinbälle geschenkt und geht regelmäßig um 5:00 Uhr morgens joggen. Ist diese Frau noch ein Mensch oder doch schon eine Maschine? Und wie führt sie sich selbst? Wie bringt die gute Frau alles unter einen Hut? Wer hat die Zügel in der Hand und was meint sie zum Thema Selbstführung?


Im Interview wird schnell klar: Tina Voß ist zwar eine Power-Frau, aber keine Maschine. Denn Maschinen haben kein Herz. Tina Voß ist wichtig, alles mit Begeisterung und vollem Herzen zu tun. Auf die Frage, wie sie das Thema Selbstführung sieht, sprudelt sie los. »Ich glaube schon, dass ich extrem belastbar bin. Mein Antrieb: Ich möchte immer unabhängig sein. Das zieht sich wie ein roter Faden durch mein Leben.«


Der Wert »Unabhängigkeit« ist zum Einen das Zugpferd vor ihrer eigenen Kutsche. Zum Anderen ist dieser Wert Ansporn und Ziel zugleich. Für dieses Ziel setzt sie sich ein und nimmt Belastungen in Kauf bzw. sieht sie gar nicht als Belastungen: unternehmerische Herausforderungen, Verantwortung für ihre Kollegen, eine hohe Erreichbarkeit, Abend-Veranstaltungen, E-Mails auch weit nach Dienstschluss. Doch sie weiß immer, dass sie die Zügel in der Hand hat und viele Stressfaktoren selbst steuert.


Um sich nicht zu verzetteln, schafft sie sich selbst Strukturen und Routinen. Zum Beispiel bearbeitet sie die vielen E-Mails nach dem OHIO-Prinzip: Only handle it once - »ich bin gut im Löschen und konsequenten Abarbeiten, jeder Vorgang, jede E-Mail fasse ich nur einmal an«. In Sachen Erreichbarkeit macht sie das Handy abends ab 21:00 Uhr konsequent auf Flugmodus. Und wenn es doch einmal alles zu viel und stressig wird, hat sie für sich eine wichtige Erkenntnis gewonnen: »Ich habe vor langer Zeit erkannt, dass nur ich mich stresse. Also kann auch nur ich mich wieder runter regulieren.« Einen Gang langsamer machen, durchatmen, ruhig bleiben. Und wenn das nicht mehr hilft, hilft ihr Qi Gong. »Qi Gong ist für mich wie eine Kopfschmerztablette. Ich mache das nicht regelmäßig, weiß aber, dass es mir hilft und dass ich es abrufen kann. Und so mache ich es, wenn mir mein Körper signalisiert, dass ich an eine Grenze komme und wieder auftanken muss.«


Im alltäglichen Zusammenspiel mit ihren Kollegen sorgen Strukturen und Menschlichkeit für ein gutes Miteinander sowie eine entspannte Kultur. »Jeder im Team gibt sein Bestes, ich schreite nur ein, wenn es nicht mehr anders geht und mich jemand darum bittet. Ansonsten vertraue ich vollkommen meinen Teamleitern. Fehler passieren und dürfen passieren. Doch dann frage ich auch nach: Warum ist das passiert? Warum genau? Und was kannst Du in Zukunft tun, damit Du das in Zukunft vermeiden kannst?« Das ist Führung zur Selbstführung auf einer wertschätzenden Basis. Diese wird vielmehr deutlich, dass Tina Voß nie von Mitarbeitern spricht sondern von Kollegen. So wird im Kollegenkreis gemeinsam geschwitzt und Kutschenpflege betrieben: Yoga, Pilates und Training mit dem Medizinball.


Und was ist Erfolg für Tina Voß? »Alles in eine Sache hineingeben, mit vollem Herzen dabei sein. Dann kann Erfolg auch ein Mißerfolg sein, aber: ich habe es probiert. Ich bin überhaupt nicht umsatzverbissen. Wenn ich jeden Tag mein Bestes gebe, mit vollem Herzen, dann kommt der Rest von ganz alleine.« Aus eigener Erfahrung weiß sie ebenfalls, dass es nicht gut ist, allzu fokussiert auf ein Ziel zu sein. »Denn vielleicht sind am Wegesrand noch andere Optionen, die viel besser sind als das ursprüngliche Ziel.« Dennoch appelliert Sie, sich auf seine Ziele zu fokussieren und sich Werkzeuge zur Zielerreichung anzueignen, ohne die Scheuklappen zu eng zu schnallen. »Nicht zu versessen sein, immer offen bleiben, vielleicht entstehen auf dem Weg neue Möglichkeiten.«



Am Ende des Interviews sprechen wir noch über die Herausforderungen für Unternehmen in der heutigen Zeit. »Neben Mitarbeitergewinnung und –Bindung gehört hier ganz bestimmt die Generation Y dazu. Die möchten mehr Sinn in ihrer Arbeit und sind anders anspruchsvoll.« Auf die Abschlussfrage »Was raten Sie denn der jungen Generation Y in Sachen Selbstführung?« antwortet sie »Passt auf Euch auf, hört in Euch hinein. Lernt Eure Grenzen kennen, dann könnt Ihr auch besser auf Euch aufpassen. Eignet Euch Instrumente zur Selbstführung an. Und: Hört auf Euer Herz und folgt diesem.«

Ein Anspruch von Tina Voß und ihren Kollegen ist, dass sich jeder nach einem Gespräch mindestens genauso gut wenn nicht sogar besser fühlt. Dies ist nach unserem Businesstalk auf jeden Fall so. Ganz herzlichen Dank für Ihre Zeit und Ihre Offenheit Tina Voß!


Mehr Informationen: http://www.tina-voss.de und http://www.frau-voss.com     

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5 Take-Aways :: »Beziehung und Business«

»Beziehungen und Beziehungsgestaltung werden total unterschätzt« ist mein persönliches Fazit nach zwei Tagen Konferenz Ende Mai. Am 28. Und 29. Mai fand zum zweiten Mal eine Konferenz von in-stability in Hannover statt. Das Thema: »Beziehung und Business«. Was sich im ersten Moment nach vielem und nichts anhört, entpuppte sich sehr schnell als allgegenwärtiges Spannungsfeld im täglichen Handeln. Denn wir alle haben das Bedürfnis, eine gute Beziehung zu uns selbst und zu anderen Menschen zu gestalten.


Im Folgenden meine fünf persönlichen Highlights:

1.     Business ist durch Beziehung besser möglich: »Ist Beziehung und Business nicht ein Widerspruch?« - mit dieser Frage eröffneten Dr. Michael Korpiun und Martin Thiele ihren Einstiegsvortrag. Die Antwort ist Nein: Es ist wissenschaftlich belegt, dass Aufmerksamkeit, Wertschätzung, Beachtung einen positiven Einfluss auf die Produktivität haben. Letztlich fielen mir in diesem Zusammenhang zum Zusammenhang zwischen dem Gefühl der Rückendeckung (soziale Unterstützung) im Zusammenhang mit Burnout-Risiko ein: Haben Mitarbeiter das Gefühl der sozialen Unterstützung durch ihre Führungskraft, ist das Burnout-Risiko signifikant niedriger.

2.     Führung ist Beziehungsgestaltung und keine Einbahnstraße: Für eine erfolgreiche, stimmige Beziehungsgestaltung ist sowohl die Führungskraft als auch der einzelne Mitarbeiter verantwortlich und zwar 50-50! Führungskräfte sind oftmals in der Überverantwortung, die den Mitarbeiter wiederum in einer Konsumhaltung unterstützt. Die Referenten ermutigen eine von beiden Seiten aktive und gleichberechtigte Beziehungsgestaltung mit bewusster Entscheidung über gemeinsame Ziele und auch Differenzen in der Beziehung.

3.     Selbstreflexion und Selbstführung als wichtige Voraussetzung für Beziehungsgestaltung: Bevor wir gut mit anderen umgehen können, benötigen wir eine gute Beziehung zu uns selbst. Nur durch Abstand zu uns selbst können wir in einer Beziehung zu anderen Nähe und Distanz aussteuern, uns abgrenzen und die Beziehungen bewusst gestalten.

4.     Relationales statt lineares Denken: Wir müssen weg von einem linearen Anspruch und Checklisten-Denken: Wenn wir A machen, kommt B heraus – ohne Berücksichtigung der individuellen und organisatorischer Kontexte. Ein relationaler Ansatz meint die Beziehungen von einem selbst zu sich selbst, zu anderen und zum Gestaltungsraum zu sehen. Er weitet den Blick und gibt in die Verantwortung zurück zu jedem von uns, in dem wir für uns in unseren Kontexten nach Antworten suchen.

5.     Gefühle sind unser Antrieb: Was macht eine gute Beziehung aus? Lässt sich dies an irgendwelchen Fakten ablesen, gibt es dafür einen Indikator? Ja. Doch es ist ein weicher Indikator. Es sind Gefühle, die uns steuern. Wenn wir uns gut mit uns fühlen, sind wir offener für andere. Das ist sowohl für Führungskräfte als auch für Mitarbeiter entscheidend. Und wir möchten uns in der Beziehung zu anderen gut fühlen, wir möchten als Mensch gesehen und respektiert werden. Und wenn wir selbst unsere Gefühle regulieren können, können wir uns eher auch auf die Gefühle der anderen einstellen.

Und als wirklich ganz persönliches Highlight habe ich ein Maskottchen für mein Kutschenmodell geschenkt bekommen! Sie hat meine Pferde in einem unserem Ausbildungsmodul gesehen, als ich mein Kutschenmodell auf die Probe gestellt habe und musste direkt an ihre „alte Socke“ denken – lieben Dank Doro!

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Kein Fake sondern »my way«: Mein neues Buch ist fertig! 

Zugegeben, an sich habe ich schon länger an meinem zweiten Buch gearbeitet. Ursprünglich war der Plan, dass ich mein erstes Buch »STRANDKORB-PRINZIP« ganz einfach überarbeite und ergänze. Das habe ich seit einem Jahr probiert. Immer wieder angefangen und aufgehört, abgebrochen. Stückwerk. Nichts für mich. Es war nicht mehr stimmig, an etwas altem rumzuschrauben. Zumal seit 2010 auch so viel passiert ist. Parallel habe ich mich in dieser Phase immer an anderen orientiert. Am Schreibstil, an der Aussage. So hatte ich jeden Tag eine neue Idee: ich muss doch mehr über Resilienz schreiben, DAS Thema dieser Zeit. Oder doch Achtsamkeit? Zu statisch und dann irgendwo auch nur ein Aspekt.


Irgendwann, Ende März, dann der Entschluss: Ich mach kein Fake, ich möchte kein Thema kopieren und mich auch an keinem Schreibstil orientieren. Alles aus dem Blickfeld, nur minimalste Recherche. Meine Worte finden. Mit dem Vortragstitel zum Pecha-Kucha-Vortrag war dann der Titel gefunden: »Kino. Kiffen. Und die neue Zügellosigkeit.« Der Titel sorgt in jedem Gespräch für Neugierde und Spaß und so sagten meine Zuhörer: Ja, so ein Buch würde ich gerne mal zwischen den ganzen Ratgebern sehen!


Die neue Zügellosigkeit direkt anwenden. Im Kopf habe ich mich frei gemacht: Frei von eigenen Ansprüchen und Perfektionismus. Sondern einfach schreiben, mit Begeisterung und Leichtigkeit, ein kleines Büchlein. Wenn es 60 Seiten werden gut, es müssen nicht mehr sein. Keine Beschränkungen, keine Zahlenziele. Nun sind es mit Begeisterung und Leichtigkeit knappe 180 Seiten geworden. Wichtiger war für mich die innere Einstellung, wie ich mein Ziel erreichen möchte.


Und der rote Faden: Wie wende ich das Kutschenmodell an? Was erscheint mir relevant? Und was sind Impulse? Eine große Stichwortliste entstand. So wurde aus einem großen Projekt, aus einer unglaublich großen Salami, viele kleine Salami-Scheiben, die auch mal zwischendurch zu machen sind. So hatte das Kopfkino »ich brauche jetzt aber mal einen halben Tag Zeit um zu schreiben« keine Chance, selbst 15 Minuten reichten für ein Kapitel oder zumindest erste Stichworte dazu. 15 Minuten können verdammt produktiv sein, wenn Störungen von außen und von innen ausgeschaltet werden. Ebenfalls nutzte ich gerne eine Technik aus meinem Lauftraining am Schreibtisch: Intervalltraining! 30 Minuten schreiben, 10 Minuten Pause und das ein paar mal hintereinander.


Und: große Pausen sind wichtig. Sich nicht verbeißen, sondern dem Prozess der Ruhe und Muße vertrauen, dass sich eine Lösung finden wird. Im Wald beim Laufen, unter der Dusche, im Gespräch, wo auch immer.

Und wenn Sie für sich denken: ja ich möchte auch ein Buch schreiben, aber wer verlegt es denn? Diese Schreibblockade ist leicht gelöst: Machen Sie es im Eigenverlag (zum Beispiel Books on Demand).


In den nächsten Wochen werde ich regelmäßig über das Buch und seine Inhalte berichten und den Appetit anregen. Der rote Faden ist das Kutschenmodell mit seinen sechs Faktoren der Selbstführung: Faktor Selbstreflexion, Faktor Ziele, Faktor Fokus, Faktor Psyche, Faktor Körper und Faktor Haltung. Abgerundet und aufgelockert durch Impulse sowie fast 50 Skizzen.


Der Buchpreis: € 15,00 in gedruckter Form sowie vermutlich € 8,49 für das ebook, ab spätestens Juli 2015. Vorbestellungen gerne unter kontakt@ankevonplaten.de.


Jetzt geht es für vier Exemplare erst einmal auf große Reise zu den fleißigen Korrekturlesern. Also: Fangen auch Sie Ihr Projekt einfach an, stückeln Sie es klein und dann einfach machen!

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Selbstführung ist für uns nicht relevant

Vor zwei Wochen hatte ich einen wunderbaren Austausch mit René Salmon von »stups« aus Hannover. René führt eine junge, frische und durchaus andere Unternehmensberatung und wir wollten unseren Smalltalk auf einer Netzwerkveranstaltung fortsetzen und unsere »Geschäfte« besser kennen lernen.

  

Eine super Gelegenheit für mich, einen weiteren Einblick in die viel beschriebene und von mir noch nicht wirklich verstandene »Generation Y« zu bekommen und des Weiteren, um einen interessanten Gesprächspartner zum Thema Selbstführung zu haben. Gleichzeitig erleben viele ein Gespräch über Selbstführung sogleich als Gewinn der eigenen Klarheit und Sensibilisierung – von daher »win-win« beim Cappuchino. Als wir dann über das Thema Selbstführung zu sprechen kamen und was mein Modell dazu alles beinhaltet, meinte René auf meine Frage »Wie führt sich Eure Generation denn selbst?« - »Du, das Thema ist für uns überhaupt nicht relevant, wir müssen uns erst einmal selbst finden, bevor wir uns führen können.« Aha, geht diese Generation also zügellos durch ihr Leben? Wohl nicht, denn auch sie haben Ziele und möchten diese erreichen, oder? 

  

Bei mir löste diese Frage einen super Denkprozess noch lange nach dem Gespräch in Gang: Wie hängen Selbstführung und Selbstfindung zusammen? Müssen wir uns tatsächlich erst finden, bevor wir uns führen können? Oder können wir uns auf dem Weg der Selbstführung finden? Spannend. Wie finden wir uns? Und wo?

  

Um uns selbst zu finden, können wir wohl nicht nur im stillen Kämmerlein sitzen. Wir brauchen den Austausch, wir brauchen Resonanz – durch unser Umfeld, unsere Aufgaben, unsere Ziele, unsere Höhen und unsere Tiefen, durch das Ausprobieren verschiedener Wege. Und auf unserem Weg merken wir, ob wir zum Weg passen oder auch nicht.

  

Und so glaube ich schon, dass wir durch unsere Selbstführung uns jeden Tag ein wenig mehr selbst finden können. Zum Beispiel indem wir uns durch Fokussierung mehr und mehr auf uns selbst konzentrieren, anstatt ständig auf Andere zu schauen. Bei uns selbst bleiben, ausprobieren. Entscheiden, Nachjustieren, Spielen, Weitergehen.

 

Zur Selbstführung gehören zum Beispiel unsere Ziele, unsere Werte und Bedürfnisse, unsere Gedanken und Emotionen sowie die Haltung, mit der wir durch unser Leben gehen. Und auch unsere tiefsten Wünsche und Träume. Nicht zu vergessen: Unser Körper, der uns sehr loyal auf unserem Weg trägt und uns viele (nicht alle) Ausrutscher verzeiht.

  

Letzte Woche kam dann eine Nachricht von René mit folgendem Zitat: »Life isn’t about finding yourself – Life ist about creating yourself.« (George Bernard Shaw). Hören wir also auf zu suchen und zu finden, sondern fangen wir an, unseren Weg zu gehen. Danke René für unser sehr inspirierendes Gespräch!

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Von 63 Sekunden lasse ich mir den coolsten Lauf nicht verderben oder Erfolg – was ist das eigentlich? 

»Viel Erfolg!« - das wünschten mir meine Familie und Freunde vor meinem Halbmarathon am 19. April 2015 in Hannover.


Ein Grund mehr, das Thema »Erfolg« einmal genauer zu betrachten. Erfolg bedeutet nach einer allgemeinen Definition »Art und Grad der Zielerreichung«.


Ja, das Ziel wollte ich unbedingt erreichen. Das war mein Minimal- oder auch eisernes Ziel: Nach 21,195 km anzukommen. Und im Idealfall sollte es unter meiner persönlichen Schallmauer von 2 Stunden liegen. Meine persönliche Bestzeit als junger Hüpfer vor 10 Jahren stand außer Frage.


Die Art der Zielerreichung war für mich irgendetwas zwischen »alles geben«, »lächelnd ins Ziel kommen« und »möglichst viel Spaß haben und die Stimmung aufsaugen«. Zusammen mit einem Freund und ohne Musik im Ohr (ein Novum für mich!) haben wir uns auf den Weg gemacht und uns gegenseitig gezogen. 

Und es war fantastisch! Die ersten 15 km vergingen wie im Flug, wir wurden angefeuert, haben selbst die Zuschauer zum Anfeuern angefeuert und uns bei jeder Trommlergruppe lauthals bedankt. Machten Scherze am laufenden Band, verlangten nach Pizza und Sauerkraut bei den Verpflegungsstellen und bekamen doch nur Wasser und Energiegels. Es waren die coolsten, schönsten, emotionalsten 15 km, die ich je gelaufen bin. Nicht zu vergessen die Stimmung in einem Tunnel mit fantastischen Klatsch- und Anfeuerungsgekreische der Läufermasse. Wahnsinn!

 

 

Ab km 15 verflog die Leichtigkeit bei mir und die inneren Gespräche zwischen Körper und Kopf nahmen zu, gepaart durch zackige Ansagen meines persönlichen »Pacemakers«, ich solle jetzt doch endlich mal die Pobacken zusammen kneifen, den Kopf ausschalten und die Füße hochheben – na danke... weit gefehlt, »Flasche leer«. Ohne ihn wäre ich sicherlich ein paar Meter gegangen oder hätte mich in die U-Bahn gesetzt. Die Ente ist hinten fett haben wir am Anfang gesagt. Ich hatte wohl zu viel Begeisterung am Anfang auf der Strecke gelassen und so war die Ente bei meinem Ende am verhungern.

 

 

Irgendwie kam ich dann doch ins Ziel, 63 Sekunden über meinem Idealziel, aber gesund und glücklich. Scherzhafte »Aber du wolltest doch unter zwei Stunden laufen!?« lächelte ich weg. Denn mehr ging nicht: Mehr Stimmung aufnehmen und auch nicht mehr schneller laufen zum Schluss. 


War ich nun erfolgreich? Ja. Ich hatte die beste Art der Zielerreichung seit langem, habe die Stimmung aufgesogen und habe mein Minimalziel erreicht wenn nicht sogar übertroffen. Letztendlich stand ich vor der Frage: Quäle ich mich jetzt bis zum Umfallen, nur um unter 2:00 Stunden zu bleiben? Oder schraube ich meine Ansprüche herunter? Aus Liebe und Respekt zu meinem Körper und weil ich mit einem halbwegs freundlichen Gesicht ankommen wollte, habe ich Alternative zwei gewählt.

  

Und ich glaube, die Frage welche Ziele wir erreichen wollen und vor allen Dingen, WIE wir Ziele erreichen wollen, sollten wir uns öfter im Alltag stellen. Wir könnten auch »Art« als englisch begreifen und über die Kunst der Zielerreichung sprechen, das macht es noch kreativer. 

Welche Ziele sind realistisch für MICH? Hier geht es auch um Akzeptanz der eigenen Grenzen und individuellen Stärken. Sowohl im Tagesverlauf als auch in der Wochenplanung oder auf ein paar Jahre bezogen. Wenn ein Tag voller Termine ist, brauche ich mich nicht noch mit Konzeptarbeit zu quälen. Und als Hobbysportlerin brauche ich mir auch nicht vormachen, ganz vorne mitzulaufen. 

 

Und die Quäl-Fragen sind wichtig, denn wie oft quälen wir uns, weil wir denken "das muss doch so" - aber wer sagt denn das? Wie weit möchte ich mich quälen? Was ist die eigene Schmerzgrenze? Was ist wichtiger: die Art wie wir Ziele erreichen? Oder den Grad der Zielerreichung? Wie hoch setzen wir die Ziele?

 

Eine gute Freundin schrieb mir gestern morgen eine SMS und wünschte mir »ein genussvolles Erfolgserlebnis« - das find ich gut, denn solange wir noch genießen können, quälen wir uns nicht! Also, seien wir nicht so streng mit uns selbst, lassen wir die Zügel mal ein wenig lockerer und genießen Weg. Dann sind 63 Sekunden auch egal, denn die Art ist viel wichtiger. 

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Das Ding mit den Zielen - und magische 3 Buchstaben.

Das erste Quartal ist um. Wie steht es um Ihre Zielerreichung für dieses Jahr? Von Kunden, Teilnehmern und Kollegen höre ich nicht selten »Meine Güte, schon wieder April, wo ist bloß die Zeit geblieben?« Im Alltag verlieren wir unsere Ziele gerne aus dem Blickfeld... erscheinen Meetings, kurzfristige Anfragen und E-Mails doch viel wichtiger. 

Zur Selbstführung gehört nicht nur die Bewegung in die richtige Richtung sondern auch die Auszeit, die bewusste Reflektion. Nehmen Sie sich am Wochenende Stift und Papier sowie 30 Minuten Zeit und reflektieren Sie: 

Bin ich noch auf meinem Weg? Was waren eigentlich meine Ziele für 2015? Und was habe ich schon erreicht? 

Ziele setzen fällt uns ja häufig leichter, als dann wirklich dran zu bleiben. Erinnern Sie sich täglich an Ihre Ziele, zum Beispiel durch ein Post-It im Planer oder in der Geldbörse, im Auto, an der Zahnbürste - oder eine andere Alltags-Stelle. Schreiben Sie auf dieses Post-It Ihre zwei wichtigsten Ziele auf. Und darunter die Frage: 

»Was habe ich heute für meine Ziele getan?«

Ziele geben uns Klarheit und Entscheidungsunterstützung, zum Beispiel: Lasse ich mich jetzt durch die große weite Welt des Internets verführen oder konzentriere ich mich 30 Minuten auf das Konzept? Meiner Meinung nach unterschätzen wir den Wert von 30 Minuten immens. Oder auch von 2 Minuten. Vieles, was uns »nervt«, ist recht schnell erledigt. Wenn wir es denn einfach tun. Erfolg, persönlicher Erfolg hat nach Goethe drei Buchstaben: TUN. 

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Mut zur Muße - schicken Sie Ihr Gehirn spazieren!

Seit ein paar Wochen ist Umzug und Umbruch bei uns privat angesagt. Zunächst stand der private Umzug an. Ein Neustart, der sich verdammt gut anfühlt. Neben dem persönlichen Neustart bahnte sich der berufliche Neustart an: Neuer Claim, neues Design, neue Angebote, neue Buchprojekte und mal wieder eine Weiterbildung. Ich schaue über den Tellerrand der reinen Arbeits- und Gesundheitswissenschaft hinaus und bin begeistert von den Modellen der Transaktionsanalyse, die Persönlichkeitsstrukturen, Interaktionen und Kommunikation anschaulich darstellen, Zusammenhänge verdeutlichen und uns neue Sichtweisen und Ansatzpunkte geben. 


Parallel zu diesem über den Tellerrand hinaus-schauen passte der Strandkorb auf einmal nicht mehr ins Bild. Der Rahmen war zu klein. Ein neuer Rahmen, ein neues Grundkonzept musste her. Aber schnell! 


Alles gezielte Nachdenken half nichts... und so vertraute ich vor ein paar Tagen dem Prozess der Muße. Tat nichts bzw. nichts Fachliches. Mein Gehirn ging spazieren, sortierte sich neu und schickte dann per Intuition das 5-Faktoren-Bild zu mir. Daher: Mut zur Muße! 

Wenn Sie dazu noch eine innere Lizenz benötigen, empfehle ich Ihnen das Buch »Muße - Vom Glück des Nichtstuns« von Ulrich Schnabel. 

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