Wertschätzung: Werde zum Herzschrittmacher in der Organisation!

Wertschätzung: Werde zum Herzschrittmacher in der Organisation!

Als Besucherin bekomme ich bei meinen Kunden ein Namensschild. Manchmal sind diese hochwertig mit einem Magneten. Auf der Rückseite ist dann ein Warnhinweis: Achtung, nicht mit einem Herzschrittmacher verwenden! Ich mache das dennoch, obwohl ich einen Herzschrittmacher habe – seit ich 19 bin. Keine Sorge, ich lebe sehr gut damit. Wieso ich das erwähne? Ich glaube, viele Menschen in Organisationen wünschen sich nichts sehnlicher als dass es ein wenig herzlicher und zugewandter im Miteinander ist. Dass es mehr Menschen gibt, die dem Herzen im Gegenüber einen Impuls geben. Und das ist tatsächlich recht einfach – und kostet nichts.

Wertschätzung, Anerkennung, Herzlichkeit ... eine Definitionsversuch

Herzlichkeit, Wertschätzung, Anerkennung oder wie immer Du es nennst, ist ein Gefühl und damit sehr individuell, dynamisch und verletzlich. Dieses Gefühl beschreibe ich übergeordnet als „Gefühl von Bedeutung“. 

Wir empfinden uns als bedeutungsvoll, wenn wir uns von unseren Mitmenschen gesehen, respektiert und anerkannt fühlen. Wenn wir das Gefühl haben: Ja, diese Begegnung war lohnenswert für mich. 

Es hat also sehr wenig mit dem schnell damit im Zusammenhang gebrachten „Loben“ zu tun.

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Ein Gefühl von Bedeutung gibt Energie und motiviert

Vielmehr geht es um zwischenmenschliche Kleinigkeiten, die uns einfach gut tun. Wir merken es vielleicht noch nicht einmal oder können es nicht benennen, was es genau ist. Das gute Gefühl von Bedeutung und Wertschätzung drückt sich sehr implizit im Miteinander aus, wie zum Beispiel

• wirklich zuhören

• ausreden lassen

• Augen- und Blickkontakt haben

• Echtes Interesse und nachfragen

• Da sein, wirklich präsent sein im Gespräch

• Sich bedanken

• Wenn wir merken, wir werden als Mensch und mit unseren Themen ernst genommen

• ...

Manchmal nehmen wir dies vielleicht gar nicht wahr, wenn sie da sind. Doch wir merken sehr schnell, wenn sie nicht da sind. Dann wirkt es demotivierend und frustrierend.

Es ist so wie bei meinem Herzschrittmacher: Es ist nur ein kleiner Impuls, wenn mein Herz zu niedrig schlägt. Ich merke ihn kaum. Doch würde ich diesen nicht bekommen, ginge es mir deutlich schlechter und hätte weniger Energie. Fühlen sich Menschen in Organisationen zu wenig gesehen und bekommen keine „strokes“, im Sinne von diesen psychischen Streicheleinheiten, verhungern sie innerlich, sind demotiviert oder bleiben in letzter Konsequenz zu Hause. 

Ich sehe diesen kleinen Stupser von meinem Gerät nicht als Störung, sondern als Unterstützung. Das wünsche ich Dir auch. Dass Du das zwischenmenschliche und die echten, menschlichen Begegnungen nicht als Störung, sondern als Gewinn siehst.

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Wertschätzung in der Führung und Zusammenarbeit: So wirst Du zum Herzschrittmacher

• Betrachte zwischenmenschliche Gespräche und Begegnungen nicht als Störung sondern als Unterstützung,

• Übe Dich in zuhören. Warte bewusst ab, bis Du antwortest.

• Beobachte Dich in Gesprächen: Gehst Du wirklich auf die Punkte des anderen ein oder geht es Dir eher darum, Deine Meinung zu platzieren?

• Sei wirklich präsent in Gesprächen. Wenn dies nicht möglich ist, weil Dich gerade etwas beschäftigt, benenne es „sorry, ich war gerade abgelenkt und habe Dir nicht zugehört“.

• Nimm Dir Zeit, um Dich zu bedanken. Telefonisch oder per E-Mail.

• Sei pünktlich und verbindlich. Das zeigt dem Anderen, dass Du ihn ernst nimmst.

• Leg smartPhone und Laptop in Besprechungen weg. Sie stehen immer zwischen Menschen. Dadurch signalisierst Du „Andere(s) ist mir gerade wichtiger (als die gut vorbereitete Präsentation, das Thema, etc.)“

• Sage, was Dir am Herzen liegt.

Du siehst: Es braucht keine große Operation oder Implantation – sprich großartige Veränderungen. Und es braucht noch nicht einmal Budget, all dies kostet nichts! Es braucht eine Wertschätzung der Wertschätzung, wodurch Begegnungen menschlicher und echter werden. Fang einfach mit einer Sache einmal an, setze in Deinem Umfeld kleine Zeichen und Stupser. Habe keine Angst vor Rhythmus-Störungen, denn wir alle benötigen die wohlgemeinten, echten psychischen Streicheleinheiten.  


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Quellen: 

Bilder: Ärztezeitung, Foto einer Anzeige der BILD-Zeitung und privat. 

Mehr zum Thema Wertschätzung und Herzlichkeit erfährst Du in meinem Buch "Führen mit Herz, Kopf und Hand."



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