Selbstführung und Teamentwicklung

Selbstführung im Organisationskontext darf meines Erachtens nie isoliert betrachtet werden. Denn wir Menschen sind keine Inseln sondern eingebettet in verschiedenste Gruppen und Teams und stehen in Beziehungen zu vielen anderen Menschen. Daher hat die Änderung der Selbstführung eines Einzelnen Auswirkungen auf die Zusammenarbeit im Team: Denken wir zum Beispiel an die Veränderung von Erreichbarkeiten nach Feierabend oder E-Mail-Kommunikation. In einem Führungskräfte-Programm werden diese Aspekte berücksichtigt und Maßnahmen vereinbart, um Irritationen zu mindern und die Zusammenarbeit zu stärken.

 

Ideal ist es zum Beispiel, wenn sich eine Gruppe von Führungskräften gemeinsam auf den Weg macht. So konnte ich im November 2015 direkt die Verbindung zwischen Selbstführung und Teamentwicklung in einem Beratungsprojekt beobachten: Sieben Führungskräfte eines Unternehmens erhielten zunächst einen Impuls zum Thema „Gesunde Selbstführung und Führung“, in dem es um die persönliche Selbstführung ging. Inhalt des Vortrages war das Kutschensystem im Detail sowie ein Überblick über die drei Säulen von gesundheitsorientierter Führung. Alle Teilnehmer hatten nun den gleichen Wissensstand und das gleiche Bild (Kutschensystem) im Kopf und jeder nahm für sich unterschiedliche Aspekte mit. Nach dem Vortrag erarbeiteten die Teilnehmer in Arbeitsgruppen, wie sie als Führungskräfte-Team mehr in die Zügel in die Hand nehmen können, welche Hindernisse sie aus dem Weg räumen und welche Ziele sie vereinbaren. Das Ergebnis nach insgesamt drei Stunden war überwältigend, denn die Gruppe hatte für sich ein klares Zielbild geschaffen, Maßnahmen entwickelt und eine neue bildhafte Sprache dafür gewählt.