Ich war still hier. Weil viel los war.
Die letzten Wochen fühlten sich an wie ein Intervalltraining: Workshops, Coachings, Projektanbahnungen, Vorträge. Dazwischen immer wieder die letzten Dinge im Buch finalisieren: Quellen raussuchen, Skizzen und Grafiken erstellen. Das Design des Innenteils mit der Grafikerin besprechen. Mich freuen, dass die Liste der nächsten Schritte für das Buch kürzer wird. Dazwischen kurze Momente zum Durchatmen und natürlich zum Laufen.
Und immer wieder der Satz, den ich mir selbst gesagt habe: Hör dir zu. Pace yourself.
Letzte Woche, auf dem Rückweg von einem Kunden im geliebten Ostwestfalen, höre ich von meinem Mann „Dein Probedruck ist angekommen!“ Eine Stunde später halte ich mein Buch in den Händen. Ich spüre das Gewicht. Ich sehe das Cover, die 236 Seiten.
Auf einmal ist die Idee ein Buch über inneres Zuhören, Selbstführung und Ultramarathon zu schreiben, Realität geworden. Nicht auf einmal, sondern Schritt für Schritt. Mit viel Geduld, vor allen Dingen mir selbst gegenüber, Entschlossenheit und auch einer Akzeptanz und Liebe zu einem Entwicklungsprozess eines Buches. Diesmal waren es 19 Entwürfe, bis es rund war. Den 19. habe ich dann drei Monate lang wie einen Diamanten geschliffen, bis einer 20. Version.
Was ich aus dem Laufen kenne und in diesen Wochen wieder gelernt habe: Pacing heißt nicht, langsam zu sein. Es heißt aber auch nicht, nur Gas zu geben. Im Intervall zählt nicht nur der schnelle Abschnitt, sondern genauso die Erholung dazwischen. Wer die Pausen streicht, läuft nicht schneller, er läuft kürzer und ermüdet schneller. Das Tempo und die Intensität der letzten Wochen kann ich nicht dauerhaft auf die Straße bringen, ohne dass die Qualität leidet.
Pacing heißt, den eigenen, stimmigen Rhythmus zu finden.
Jetzt lesen die Testleserinnen und Testleser. Ich bin gespannt, dankbar und ein bisschen aufgeregt. Und du? Wie sieht dein Tempo und deine Intensität gerade aus? Wie lange kannst du es halten?
