Change, Transformation und Transformationsschwelle – was ist das eigentlich?

Change, Transformation und Transformationsschwelle – was ist das eigentlich?

Change, Transformation, digitale Transformation - diese Buzzwords sind allgegenwärtig. Doch wissen Sie, was sie bedeuten und wo genau der Unterschied ist? Nein? Mir ging es genauso. Anfang Januar 2018 habe ich mir einen Tag Zeit für diese Themen im Transformation Lab von Coverdale genommen. Mit drei Fragen bin ich nach Hamburg gefahren: Was ist genau die Transformationsschwelle? Was ist das ‚Neue’ in der digitalen Transformation? Und braucht es wirklich neue Werkzeuge für Führung in der digitalen Transformation? Auf alle drei Fragen habe ich folgende Antworten gefunden. 

Begriffsklärung und Unterschied zwischen Change und Transformation

Bevor wir uns dem Thema Transformationsschwelle widmen, benötigen wir Klarheit über die Begriffe ‚Change’ versus ‚Transformation’. Beide Begriffe werden inflationär genutzt, doch wo genau ist der Unterschied?

‚Change’ bedeutet eine Veränderung mit einem klaren Ziel. Der Weg ist vorhersehbar. ‚Transformationen’ bezeichnen radikalere Umbrüche. Transformationen wirken sich unvorhersehbarer aus. Sie wirken dadurch bedrohlicher.

Eine Teilnehmerin verglich Change mit einer konkreten Reise: Ich plane die Reise, ich kann mich über das Reiseziel informieren und die Reise hat ein Anfangs- und Enddatum. Bei der Transformation bekomme ich keinen genauen Reiseplan, sondern ein One-Way-Ticket in die Hand. Ich weiß nicht, wo die Fahrt hingeht, was mich erwartet und welchen Ausgang diese nimmt. Ich weiß nur, dass ich auf die Reise gehe. Auf der unbekannten Reise kann ich wiederum kleine konkrete Reisepläne machen. Change und Transformation sind ein Kontinuum und können gleichzeitig geschehen.

Begriffsklärung Transformationsschwelle: Tunnelblick und Vollgas im zweiten Gang

Transformationen bedingen radikale Umbrüche und von Coverdale genannte „Kontextsprünge“. Bisherige Lösungen funktionieren immer weniger, und dennoch schauen wir uns nicht nach Alternativen um. Zwangsläufig stoßen wir an Grenzen bzw. an die Transformationsschwelle. Ein anschauliches Beispiel verdeutlichte dies: Ein Zimmermann kennt als Werkzeuge Hammer und Nägel. Es gibt immer mehr zu tun, also hämmert er schneller und länger. Er erschöpft sich beim Hämmern und es fällt ihm nicht auf bzw. er ignoriert, dass es mittlerweile neue Werkzeuge oder System für ihn gibt. Das Hauptsymptom der Transformationsschwelle ist ein deutlicher Energieverlust bzw. wird die Energie nicht konstruktiv eingesetzt: Statt offen nach neuen Lösungen zu suchen, werden alte Muster aufrecht erhalten oder zum Beispiel Schuldige gesucht. Wir fahren Vollgas im zweiten Gang anstatt hochzuschalten.

Fazit: Transformationsschwellen persönlich und in Teams anerkennen

Unabhängig von gesellschaftlichen und organisationalen Transformationen, hat jeder seine eigene Lebensreise und Transformation. Ich bin überzeugt davon, dass jeder von uns seine eigenen Transformationsschwellen hat. Sowohl auf der persönlichen als auch organisationalen Ebene ist der erste Schritt das Anerkennen, dass wir an einem Punkt sind, wo es neue Denk- und Handlungsweisen benötigt. Im zweiten Schritt können wir uns dann kleinste Change-Projekte vornehmen, mit denen wir die Transformationsschwelle überwinden.

Was meinen Sie? Wie ist Ihre Erfahrung mit Transformationsschwellen? 

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