Mitverantwortung: Eine Klopapierrolle bringt es auf den Punkt

Mitverantwortung: Eine Klopapierrolle bringt es auf den Punkt

Das Kaminfeuer brennt. Die Gesprächsatmosphäre zwischen meiner Kundin und mir ist hervorragend. Wir genießen den professionellen und persönlichen Austausch, den Kaffee und die Leckereien vom besten Bäcker der Region. In den letzten 90 Minuten entwickelten wir erste Ansatzpunkte, wie wir die Vertriebsorganisation in punkto erwachsenere, menschlichere Zusammenarbeit unterstützen können. Noch einmal „kurz um die Ecke“ und dann geht es zurück nach Hannover. Dort springt mir das Kernthema der momentanen Zusammenarbeit ins Auge.

Innere Haltung ist überall - auch auf dem stillen Örtchen

Ich sitze dort, greife nach dem Klopapier, hebe die Abdeckung des Klopapierhalters und sehe … eine leere Rolle. Wundervoll. Nachdem ich mich anderweitig versorgte, denke ich: Wow, genau das ist das Thema! Und gehe mit dem „Fundstück“ zurück zu meiner Kundin.

„Weißt Du, ich finde diese leere Rolle sagt viel über eine mögliche Haltung aus: Was und wer nach mir kommt, ist mir egal. Hauptsache ich bin versorgt. Wenig Eigenverantwortung, wenig Mitverantwortung. Das zu steigern, darum geht es doch! Es ist keine Einbahnstraße, nicht alleinige Führungsaufgabe. Jeder ist gefordert.“

Ich ernte Zustimmung. Sie ergänzt: Es ist nur noch das Serviceteam im Haus. Wir fragen uns jetzt nicht, was das möglicherweise über die Servicementalität aussagt.

Wir haben immer Mitverantwortung

Was die Klorolle dort ist, ist bei Dir im Umfeld vielleicht der wüst hinterlassene Meetingraum oder das dreckige Geschirr, was sich über der Spülmaschine stapelt. Mir ist Selbst- und Mitverantwortung wichtig. Ich werde wütend, nachdenklich und traurig bei passivem Verhalten. Egal ob das im persönlichen Leben, in organisationalen oder sogar in globalen Kontexten ist – aussitzen und warten, dass jemand anderes „dafür“ zuständig ist, lasse ich nicht gelten. 

Wir haben immer Einflussmöglichkeiten sowie eine Mitverantwortung an unserer Gesundheit, unseren Beziehungen, dem unternehmerischen Geschehen oder auch nationaler bis globaler Fragestellungen. Das kann zuweilen anstrengend sein. Es ist leichter, passiv im Opfer- und Jammertal zu liegen und auf Rettung zu warten. Doch ich schlafe besser, wenn ich meinen Teil beitrage. Doch was genau ist jetzt Selbst- und Mitverantwortung?

Definition Selbstverantwortung

Verantwortung übernehmen heißt, dass ich antworte – auf die Situationen und Herausforderungen in meinem Leben. Selbstverantwortung meint somit, dass ich die Antworten für mich und meine ganz persönlichen Fragestellungen und Hindernisse finde. Für kurzfristige und kleine als auch für die größeren Ereignisse des Lebens. 

Definition Mitverantwortung

Sind wir in Beziehungen oder komplexen Systemen wie einer Organisation unterwegs, sind wir mitverantwortlich für die Ergebnisse. Wie antworte ich auf die kleinen und großen Anliegen im Joballtag? Habe ich das gemeinsame Ziel, die Kollegen, den Kunden mit im Blick oder nur mich selbst? Wie wünschst Du Dir, dass Dein Umfeld „antwortet“?

Verantwortung einfordern – erwachsener zusammen arbeiten

Nun ist Deine Frage vielleicht: schön und gut, doch wie geht das jetzt konkret? Reden hilft.

Als Führungskraft empfehle ich Dir, Erwartungen und Vereinbarungen klar zu kommunizieren bzw. gemeinsam mit dem Team abzustimmen. Wer ist für was verantwortlich, wer holt und wer liefert Informationen und wer ist für den Küchendienst zuständig. Es ist banal. Ja. Dennoch ist es wirkungsvoll.

Sonst machen es die zwei beliebtesten Mitarbeiter: Keiner und Niemand.

Als engagierte Fachkraft nervt dich das „Klorollen“-Symdrom? Sag, was Du beobachtest, wieso es Dich nervt und was Du vorschlägst. Sprich es mutig an. Übernimm Verantwortung. Antworte auf die Herausforderungen.

So oder so: Warte nicht, dass andere den ersten Schritt setzen. Mach ihn selbst. Dann kommen die anderen mit. Appeliere daran, dass ihr alles erwachsene Menschen seid und keine Kinder mehr.

So. 

Punkt. 

Die nächsten Fragen des Lebens warten auf mich. 


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