Die Macht der Vorstellung – oder eine Geschichte vom Elefanten

„Macht im Management“ – das war der Titel des diesjährigen Konferenz von in-stability, jetzt „BeziehungsRaumEreignis“ genannt. Der Konferenztitel war von Anfang bis Ende Programm, Macht wurde bewusst gestaltet, abgegeben, ausprobiert.

 

Ein Einstieg in die Thematik war eine Geschichte von einem Elefanten aus dem Buch „Komm, ich erzähl Dir eine Geschichte“ von Jorge Bucay. Diese Geschichte kannte ich schon, doch der intensive Austausch zum Thema „Wer hat Macht? Wo erleben wir Ohnmacht und ein Angekettetsein? Wie äußert sich Macht? Kann ich auch mächtig in einer bewussten Ohnmacht sein?“ hat mich wirklich begeistert.

 

Und fragen Sie sich doch einmal selbst nach dem Lesen der Geschichte, wie viel Macht Sie Ihren Vorstellungen, Ihrem Kopfkino geben:

 

 

«Als ich ein kleiner Junge war, war ich vollkommen vom Zirkus fasziniert, und am meisten gefielen mir die Tiere. Vor allem der Elefant hatte es mir angetan. Wie ich später erfuhr, ist er das Lieblingstier vieler Kinder. Während der Zirkusvorstellung stellte das riesige Tier sein ungeheures Gewicht, seine eindrucksvolle Größe und seine Kraft zur Schau.

 

Nach der Vorstellung aber und auch in der Zeit bis kurz vor seinem Auftritt blieb der Elefant immer am Fuß an einen kleinen Pflock angekettet.


 

Der Pflock war allerdings nichts weiter als ein winziges Stück Holz, das kaum ein paar Zentimeter tief in der Erde steckte. Und obwohl die Kette mächtig und schwer war, stand für mich ganz außer Zweifel, dass ein Tier, das die Kraft hatte, einen Baum mitsamt der Wurzel auszureißen, sich mit Leichtigkeit von einem solchen Pflock befreien und fliehen konnte.

 

Dieses Rätsel beschäftigt mich bis heute. Was hält ihn zurück? Warum macht er sich nicht auf und davon? Als Sechs- oder Siebenjähriger vertraute ich noch auf die Weisheit der Erwachsenen. Also fragte ich einen Lehrer, einen Vater oder Onkel nach dem Rätsel des Elefanten. Einer von ihnen erklärte mir, der Elefant mache sich nicht aus dem Staub, weil er dressiert sei. Meine nächste Frage lag auf der Hand: »Und wenn er dressiert ist, warum muß er dann noch angekettet werden?« Ich erinnere mich nicht, je eine schlüssige Antwort darauf bekommen zu haben.

 

Mit der Zeit vergaß ich das Rätsel um den angeketteten Elefanten und erinnerte mich nur dann wieder daran, wenn ich auf andere Menschen traf, die sich dieselbe Frage irgendwann auch schon einmal gestellt hatten. Vor einigen Jahren fand ich heraus, daß zu meinem Glück doch schon jemand weise genug gewesen war, die Antwort auf die Frage zu finden: Der Zirkuselefant flieht nicht, weil er schon seit frühester Kindheit an einen solchen Pflock gekettet ist.

 

Ich schloß die Augen und stellte mir den wehrlosen neugeborenen Elefanten am Pflock vor. Ich war mir sicher, daß er in diesem Moment schubst, zieht und schwitzt und sich zu befreien versucht. Und trotz aller Anstrengung gelingt es ihm nicht, weil dieser Pflock zu fest in der Erde steckt. Ich stellte mir vor, daß er erschöpft einschläft und es am nächsten Tag gleich wieder probiert, und am nächsten Tag wieder, und am nächsten . . .

 

Bis eines Tages, eines für seine Zukunft verhängnisvollen Tages, das Tier seine Ohnmacht akzeptiert und sich in sein Schicksal fügt. Dieser riesige, mächtige Elefant, den wir aus dem Zirkus kennen, flieht nicht, weil der Ärmste glaubt, daß er es nicht kann. Allzu tief hat sich die Erinnerung daran, wie ohnmächtig er sich kurz nach seiner Geburt gefühlt hat, in sein Gedächtnis eingebrannt. Und das Schlimme dabei ist, daß er diese Erinnerung nie wieder ernsthaft hinterfragt hat. Nie wieder hat er versucht, seine Kraft auf die Probe zu stellen.»

mehr lesen 0 Kommentare

Vortrag auf dem WoMenPower-Kongress am 29. April 2016

Hurra! Meine Bewerbung als Speakerin für den WoMenPower-Kongress in Hannover wurde angenommen. Eine große Ehre - denn unter Anderen sind auch Sabine Asgodom und Cordula Nussbaum mit dabei, wenn der Karrierekongress im Rahmen der Hannover Messe stattfindet. 

 

WoMenPower ist die Netzwerk- und Diskussionsplattform für Frauen zu Karrierefragen, Erfolgsstrategien und innovativen Arbeitsformen. Hier treffen Sie Fach- und Führungskräfte, ambitionierte Berufseinsteigerinnen, Studierende und namhafte Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft. 

Das Motto 2016: Arbeitswelt 4.0 – Karrierekulturen im Wandel

 

Wenn Sie mich live erleben möchten: Am 29. April um 15:15 Uhr stehe ich auf der Bühne mit dem Vortrags-Workshop »Kino. Kiffen. Und die neue Zügellosigkeit. - Selbstführung für Young Professionals.«

 

- ich freue mich, wenn wir uns sehen! 

 

Darum wird es gehen: 

Selbstführung wird im Berufsleben immer wichtiger. Umso besser, wenn wir direkt am Anfang der Karriere damit anfangen! Als Young Professional sind wir hungrig auf Erfolg. Wir möchten zeigen, was in uns steckt - dabei werden wir manchmal zügellos und unser Kopfkino spielt verrückt. Was hat Kiffen mit der Arbeitswelt zu tun? Wie können wir uns gut organisieren und führen? Wie gehen wir so mit den Anforderungen im Job und/oder Studium um, dass wir zufrieden und gesund bleiben? Wie können wir nicht nur unsere Projekte gut führen, sondern auch uns selbst?

Antworten gibt es in diesem Workshop speziell für Berufseinsteiger und Young Professionells. Anhand eines anschaulichen Systems zur Selbstführung reflektierst Du Deinen Selbstführungstypus und bekommst ein Modell an die Hand, mit dem Du von Anfang an arbeiten kannst. Neben Empfehlungen für die unterschiedlichen Selbstführungstypen gibt es Best-Off-Tipps zum Abschalten und für mehr Gelassenheit wenn es hektisch und stressig ist.

 

Tickets und weitere Infos gibt es direkt auf der Kongress-Website. 

mehr lesen 0 Kommentare

Selbstführung heute = Selbstführung in Zeiten der Digitalisierung

Na, - heute schon was geschafft? Oder fühlen Sie sich wie viele andere im Hamsterrad oder haben das Gefühl, den Dingen immer hinterher zu hängen, als ob Sie eine nach unten fahrende Rolltreppe hochlaufen wollen? Obwohl wir durch digitale Kommunikation immer mehr Möglichkeiten haben und an sich Zeit sparen sollten, ist die Gefahr groß, dass wir unproduktiver werden. 

 

Doch es gibt gute Nachrichten: 

1. Sie sind nicht alleine. Durchschnittlich erlebt ein Büro-Angestellter alle drei Minuten eine Störung - durch das Telefon, E-Mail, sonstige interne Messenger-Dienste oder interne Gedankenblitze, die uns von unserer Aufgabe ablenken. Bis wir dann wieder bei unserer eigentlichen Aufgabe landen, machen wir noch weitere Dinge auf dem Weg und kommen erst nach 23 Minuten wieder zur eigentlichen Tätigkeit zurück. Bedeutet: Im Durchschnitt haben wir bis zum Mittagessen weniger als 30 Minuten produktiv gearbeitet. 

2. Sie können etwas tun: Verpassen Sie sich selbst "Scheuklappen": Wenn möglich (sprich sozial und unternehmerisch verträglich) schalten Sie Ihre E-Mail und Messenger-Programme aus. Gehen Sie zum konzentrierten Arbeiten weg von Ihrem Schreibtisch in einen Besprechungsraum oder sogar in ein Café. Machen Sie in einem Einzelbüro Ihre Tür zu oder stellen Sie ein Stop-Schild auf Ihren Schreibtisch als Zeichen, dass Sie nicht gestört werden möchten.

3. Besprechen Sie Ihre Kommunikations- und E-Mail-Kultur im Team und treffen Sie Vereinbarungen, damit Sie alle produktiver arbeiten und zufriedener sind. 

 

Die untenstehende Grafik fasst die heutigen Arbeitsbedingungen gut zusammen und gibt ein paar einfache Empfehlungen: 

mehr lesen 0 Kommentare

Ein Erfolgs-Adventskalender 

Heute gingen überall Türen auf: Die Tür zum 1. Dezember. Dahinter steckt Schokolade oder eine andere Kleinigkeit. Auch ich habe seit langer Zeit wieder einen Adventskalender, ganz einfach mit kleiner Schokolade - perfekt als Begleitung zum Kaffee. 


Doch dieses Jahr bastel ich mir selbst noch einen. Einen mentalen Erfolgs-Adventskalender: Ich habe mir überlegt, dass ich jeden Tag im Dezember einen Erfolg in diesem Jahr reflektiere. Was habe ich dieses Jahr erreicht? Auf was bin ich stolz? Was habe ich gut gemacht? Die ersten Tage im Dezember werden bestimmt leichter als die letzten. Doch ich freue mich, so das Jahr schon mal zu reflektieren, langsam zur Ruhe zu kommen und die großen und die kleinen Erfolge zu würdigen, um dann ein entspanntes und besinnliches Weihnachten zu feiern. 

Machen Sie mit? 

mehr lesen 0 Kommentare

Die Sache mit dem Abschalten.

Über 30% der Mitarbeiter und Führungskräfte in Deutschland können es nicht: Abschalten. Menschen im IT Umfeld können es noch weniger: über 70% klagen, dass sie nicht abschalten können (2001 lag diese Zahl noch bei 49%). Wenn Sie also abends zwar körperlich zu Hause sind, der Kopf jedoch noch am Arbeitsplatz ist, dann sind Sie nicht alleine. Doch das hilft Ihnen nun auch wenig. In meinen Workshops ist die Frage nach dem »Aus«-Knopf im Kopf ein Dauerbrenner. Wie kommt das?

Meine These zum Thema Abschalten: Damit wir abends gut abschalten können, können wir schon morgens etwas tun. Das Dilemma des Abschaltens beginnt oftmals damit, dass wir viel zu viel in den Tag hineinpacken und die Zeit, die wir für ein ruhiges Arbeiten haben überschätzen und die Zeit, die die Aufgaben benötigen unterschätzen. Wir können uns unseren Tag wie ein Glas vorstellen, in das 300 ml passt. Wir möchten nicht nur 300 ml in dieses Glas packen, sondern mindestens 500 ml. Das passt nicht! Das muss überlaufen. Und so gehen wir abends überfüllt und unzufrieden nach Hause, weil wir nicht alles geschafft haben. Die noch offenen Punkte nagen weiter und kurbeln das Kopfkino an.... Deshalb beginnt Abschalten mit einer selbstbestimmten, ruhigen kurzen Phase am morgen mit Zettel und Stift, ganz analog und altmodisch. Aufschreiben, was ansteht: Was muss wirklich wirklich heute gemacht werden (und was wäre ein Nice-To-Have), wie viel Zeit brauche ich dafür (realistisch). Am Abend gleiches Ritual: Abhaken und mit einem Textmarker highlighten, was erledigt ist und die offenen Enden aufschreiben und auf dem Papier parken. Das sind nur einige Tipps, wie wir das Kopfkino stoppen können. Mehr verrate ich in einem Vortrag, Coaching oder Workshop.


Mein Lieblingszitat zum Thema kommt von John Steinbeck: 


»Die Kunst des Ausruhens ist ein Teil der Kunst des Arbeitens.«


Über Arbeitstechniken und Selbstorganisation machen wir uns viel Gedanken und probieren wir vieles aus. Doch ein Ausruhen, ein Abschalten soll einfach so funktionieren?! Abschalten geht nicht von alleine, sondern möchte gelernt und trainiert werden. Eine Frage zur Selbstreflexion: Was tun Sie, investieren Sie zur Zeit in das Ausruhen, in das Abschalten? 



mehr lesen 0 Kommentare

Selbstführung trifft Arbeit 4.0 - mein erster Podcast

Vor einiger Zeit habe ich Ingo Stoll kennen gelernt. Ingo ist nicht nur Geschäftsführer der Kommunikationsagentur »neuwärts«, Mitbegründer des »Transformationswerk«, ebenfalls begeistert von der Transaktionsanalyse sondern noch dazu aus der Nachbarschaft in Gehrden. 


Und nach unserem ersten Termin stand fest: Wir möchten zusammen arbeiten, speziell unter dem Dach des Transformationswerks, dem Ort für Neues und dem Aufbau von Veränderungskompetenz in Organisationen. 


Gesagt, getan und so fand der nächste Schritt beim gemeinsamen Podcasten in unserer Heimat Gehrden statt. Der gesamte Podcast bzw. das Interview zum Thema »Selbstführung und Arbeit 4.0« ist hier hörbar: http://neuwaerts.fm/transformer/024/


Off Air ging es dann munter mit den Diskussionen und einem guten Rotwein weiter. Ein toller Abend! 

mehr lesen 0 Kommentare

Die Geschichte hinter dem Buch 

»Wie bist Du auf den Buchtitel gekommen?« und »Wie geht das, so ein Buch schreiben, wie hast Du das gemacht? Woher nimmst Du die Ideen?«, »Wie lange hat es gedauert, bis es fertig war?« - das sind Fragen, die mir zur Zeit täglich gestellt werden. Daher kommt jetzt - ganz offiziell - die persönliche Geschichte zu meinem Buch.


Fangen wir mit dem Buchtitel an. Dieser hat sich abseits jeglicher Überlegungen zu einem Buchprojekt entwickelt. Anfang des Jahres wurde ich als Referentin für die Pecha-Kucha-Nacht im Mai 2015 eingeladen. Pecha-Kucha ist ein spezielles Vortragsformat mit Wettbewerbscharakter. Pecha-Kucha kommt aus dem Japanischen und meint übersetzt »Wildes Geplapper«. Im Vortragsformat bedeutet es, dass jede Präsentation nur 6:40 Minuten dauern darf und aus 20 Folien besteht. Jede Folie bleibt 20 Sekunden stehen. Schonungslos. Der Referent ist gefordert, sein Thema kurz, knackig und unterhaltsam zu präsentieren.


Die erste Aufgabe für mich bestand in der Abgabe meines Vortragstitels bis Mitte März. Mein Hirn ratterte: Was will ich präsentieren? Was will ich sagen? Wie will ich es sagen? Klar war von Anfang an, dass ich einen »anderen, frechen« Titel gestalten möchte, der konträr zum eigentlichen Thema ist und neugierig macht.


Anfang des Jahres war ich parallel mittendrin in meiner Umpositionierung (weg vom reinen Thema »Gesundheit« hin zu ?). Es waren gefühlt viele lose Enden in der Luft. Mein eigener Anspruch war: Bis zur Pecha-Kucha-Nacht bin ich mir mit meiner Positionierung klar und nutze dies für mich als offiziellen Start meiner Neupositionierung. Erste Ideen war den Schwerpunkt auf das Thema »Achtsamkeit« zu setzen, mit dem Vortragstitel »Scheibenkleister« als Bezug des Themas auf meinen Bandscheibenvorfall in 2013. Achtsamkeit in Reinkultur und als Schwerpunkt stellte sich sowohl für meine Positionierung als auch für einen Vortrag als zu statisch und leise heraus. Es war ein inneres »Naja....geht so....«. Wer mich kennt, weiß wie sehr ich Bewegung benötige... daher ging das gar nicht.


Auf einer meiner Laufrunden lockerte sich mein hoher Anspruch und ich überlegte »Über was rede ich denn in meinen Workshops und Coachings? Und was ist davon prägnant und provokant?« Es geht sehr sehr viel um die Steuerung des inneren Kopfkinos. Und ich zitiere zum Thema Arbeitsorganisation sehr gerne eine Studie, in der auch Kiffer vorkommen. So hatte ich schon zwei Begriffe »Kino.« und »Kiffen.«. Fehlte der Dritte. Anfang des Jahres war gerade der Film »Shades of Gray« in die Kinos gekommen und mir ging dieser Hype ziemlich auf die Nerven – aber es war zumindest für »Die neue Zügellosigkeit.« gut. So stand der Titel für den Vortrag »Kino. Kiffen. Und die neue Zügellosigkeit.« und ich merkte sofort: das passt, das wird gut, das macht Spaß! Und es passte hervorragend zu meinem Kutschensystem, welches ab Mitte Februar Fahrt aufnahm.


Die losen Enden, die ein paar Wochen zuvor noch in der Luft waren, kamen nun alle zusammen. Ein Positionierungscoaching Ende Februar rüttelte mich sowohl durch und bestätigte mich: »Du darfst provozieren, versteck Dich nicht!« und führte zur Positionierung als Expertin für Selbstführung. Hatte ich mich seit zwei Jahren an einer Aktualisierung meines Buches »Strandkorb-Prinzip« versucht, war nun klar: Nein, das passt nicht mehr.


Mein Stil und mein System zur Selbstführung verlangt nach einem neuen Buch. Eine ganz neue Datei wurde geöffnet. »Kino. Kiffen. Und die neue Zügellosigkeit.« war zunächst ein Arbeitstitel. Darf ich wirklich so ein Buch schreiben? Ist der Titel nicht zu provokant? Doch egal mit wem ich über meine Projekte Vortrag oder Buch sprach und den Titel nannte – ich bekam sehr positives Feedback bis hin zu ein paar geschriebenen Worten von einem Bestseller-Autor. Er meinte zu mir »Der Arbeitstitel ist super, bitte so lassen und bloß nicht weichspülen ;) !« Diese Worte verliehen mir ein riesiges Grinsen im Gesicht und verliehen mir innerlich Flügel.


Das Schreiben verlief in zwei Systemen: Einerseits machte ich am Anfang eine Liste mit Überschriften und Themen für die Kapitel. Zum Anderen fing ich einfach an zu schreiben. Im Kopf habe ich mich frei gemacht: Frei von eigenen Ansprüchen und Perfektionismus. Sondern einfach schreiben, mit Begeisterung und Leichtigkeit, ein kleines Büchlein. Wenn es 60 Seiten werden gut, es müssen nicht mehr sein. Keine Beschränkungen, keine Zahlenziele.

Ich hatte mir zum Schreiben ein Motto vorgenommen: »Schreib es mit Liebe und Leichtigkeit.« - diese Motto stand in der Kopfzeile meines Manuskriptes. In der Fußzeile wurde ich erinnert durch »Nicht weichspülen!«.


Wichtig war und ist mir, dass das Lesen leicht sein darf. Keine wissenschaftlichen Abhandlungen, sondern anschauliche, alltagstaugliche Impulse und hier und da ein wenig Hintergrund und Zahlenwerk. Doch ich glaube, wissenschaftliche Literatur und Ratgeber mit erhobenen Zeigefinger gibt es genügend. So habe ich für meine Verhältnisse extrem wenig recherchiert und nachgelesen, sondern meine Sicht der Dinge auf Basis meines Kutschensystems, meiner Erfahrungen sowie dem Feedback von Teilnehmern in Workshops und Coachings verarbeitet und dargestellt. Was nützt einem das schönste Modell und Wissen, wenn es für den Alltag zu komplex ist? So kamen mir die Details und Ideen zur Darstellung meist abseits vom Schreibtisch in Alltagssituationen. Und zumeist kamen die Ideen einfach so beim Schreiben. Für mich ist es ein anderes Denken und Sortieren, wenn meine Finger die Tastatur berühren ...


Um die Anwendung im Alltag anschaulicher zu gestalten, habe ich den Protagonisten »Herrn Meister« aus dem Vortrag ins Buch übernommen. So entsteht ein Transfer in den Alltag und der Leser kann reflektieren, wie es ihm im Vergleich zu Herrn Meister mit den Themen geht. Storytelling statt Zahlen – Daten – Fakten. Und zur Anschaulichkeit dienen meine eigenen Skizzen. Der Grund hierfür ist eine Mischung aus Freude und Faulheit: Mir macht es riesig Spaß mit Flipchart-Markern zu skizzieren und gleichzeitig war ich einfach zu faul für eine aufwendige Bildrecherche oder Grafikerstellung.

Das eigentliche Schreiben dauerte lediglich neun Wochen. Parallel lief mein Tagesgeschäft weiter. Die Wochenenden waren zumeist schreibfrei. Ich habe selten einen Tag nicht geschrieben. Und ich habe selten einen Tag mehr als zwei Stunden geschrieben. Es gab keine Nachtschicht wie bei meinem vorherigen Buch. Schreiben wurde in den Tag integriert. Wenn ich nicht beim Kunden war, schrieb ich gleich morgens 90 Minuten und ggf. noch einmal 90 Minuten am Nachmittag. Hatte ich einen Workshop, schrieb ich auf der Bahnfahrt oder am Abend im Hotel – statt Fernsehgucken. In diesen 90 Minuten schrieb ich sehr fokussiert und sehr konzentriert, keine Ablenkungen, keine Waschmaschine anstellen, keine Telefonate. So können 90 – 180 Minuten sehr produktiv und effektiv sein.


Zum Schluss habe ich die Grafiken erstellt, abfotografiert und eingesetzt. Als dann alles fertig war, war ich seltsamerweise ein wenig traurig, dass das Schreiben vorbei war. Das fertige Manuskript ging dann an vier Korrekturleser mit unterschiedlichen Sichtweisen und Ansprüchen an ein Buch. Parallel briefte ich eine Grafikerin für das Buchcover, die hervorragende Arbeit leistete und das freche und die Andersartigkeit sehr schlicht und klar auf den Punkt brachte. Die Korrekturleser erstaunten und unterstützten mich mit vier unterschiedlichsten Korrekturen. So ging ich im Juni in die letzte Phase. Die Korrekturen waren dann die letzten 20% im Ergebnis, die 80% des Einsatzes erfordern – hart und herzlich. So hat der gesamte Prozess von der ersten Datei bis zum fertigen Buch in der Hand insgesamt drei Monate gedauert.


Nun kribbelt es schon wieder ein wenig in den Fingern, doch zunächst möchte ich erst einmal mit der Kutsche und den Zügeln in der Hand durch die Lande ziehen J

mehr lesen 0 Kommentare

Business Talk Tina Voß »Nur ich kann mich regulieren«    

Tina Voß ist nicht nur Geschäftsführerin des führenden Personaldienstleisters in der Region Hannover sondern auch Autorin. Erst kürzlich wurde sie ausgezeichnet als Unternehmerin des Jahres 2015. Weitere Recherchen zur Vorbereitung ließen mich an Felix Magath denken: Sie hat ihren Mitarbeitern Medizinbälle geschenkt und geht regelmäßig um 5:00 Uhr morgens joggen. Ist diese Frau noch ein Mensch oder doch schon eine Maschine? Und wie führt sie sich selbst? Wie bringt die gute Frau alles unter einen Hut? Wer hat die Zügel in der Hand und was meint sie zum Thema Selbstführung?


Im Interview wird schnell klar: Tina Voß ist zwar eine Power-Frau, aber keine Maschine. Denn Maschinen haben kein Herz. Tina Voß ist wichtig, alles mit Begeisterung und vollem Herzen zu tun. Auf die Frage, wie sie das Thema Selbstführung sieht, sprudelt sie los. »Ich glaube schon, dass ich extrem belastbar bin. Mein Antrieb: Ich möchte immer unabhängig sein. Das zieht sich wie ein roter Faden durch mein Leben.«


Der Wert »Unabhängigkeit« ist zum Einen das Zugpferd vor ihrer eigenen Kutsche. Zum Anderen ist dieser Wert Ansporn und Ziel zugleich. Für dieses Ziel setzt sie sich ein und nimmt Belastungen in Kauf bzw. sieht sie gar nicht als Belastungen: unternehmerische Herausforderungen, Verantwortung für ihre Kollegen, eine hohe Erreichbarkeit, Abend-Veranstaltungen, E-Mails auch weit nach Dienstschluss. Doch sie weiß immer, dass sie die Zügel in der Hand hat und viele Stressfaktoren selbst steuert.


Um sich nicht zu verzetteln, schafft sie sich selbst Strukturen und Routinen. Zum Beispiel bearbeitet sie die vielen E-Mails nach dem OHIO-Prinzip: Only handle it once - »ich bin gut im Löschen und konsequenten Abarbeiten, jeder Vorgang, jede E-Mail fasse ich nur einmal an«. In Sachen Erreichbarkeit macht sie das Handy abends ab 21:00 Uhr konsequent auf Flugmodus. Und wenn es doch einmal alles zu viel und stressig wird, hat sie für sich eine wichtige Erkenntnis gewonnen: »Ich habe vor langer Zeit erkannt, dass nur ich mich stresse. Also kann auch nur ich mich wieder runter regulieren.« Einen Gang langsamer machen, durchatmen, ruhig bleiben. Und wenn das nicht mehr hilft, hilft ihr Qi Gong. »Qi Gong ist für mich wie eine Kopfschmerztablette. Ich mache das nicht regelmäßig, weiß aber, dass es mir hilft und dass ich es abrufen kann. Und so mache ich es, wenn mir mein Körper signalisiert, dass ich an eine Grenze komme und wieder auftanken muss.«


Im alltäglichen Zusammenspiel mit ihren Kollegen sorgen Strukturen und Menschlichkeit für ein gutes Miteinander sowie eine entspannte Kultur. »Jeder im Team gibt sein Bestes, ich schreite nur ein, wenn es nicht mehr anders geht und mich jemand darum bittet. Ansonsten vertraue ich vollkommen meinen Teamleitern. Fehler passieren und dürfen passieren. Doch dann frage ich auch nach: Warum ist das passiert? Warum genau? Und was kannst Du in Zukunft tun, damit Du das in Zukunft vermeiden kannst?« Das ist Führung zur Selbstführung auf einer wertschätzenden Basis. Diese wird vielmehr deutlich, dass Tina Voß nie von Mitarbeitern spricht sondern von Kollegen. So wird im Kollegenkreis gemeinsam geschwitzt und Kutschenpflege betrieben: Yoga, Pilates und Training mit dem Medizinball.


Und was ist Erfolg für Tina Voß? »Alles in eine Sache hineingeben, mit vollem Herzen dabei sein. Dann kann Erfolg auch ein Mißerfolg sein, aber: ich habe es probiert. Ich bin überhaupt nicht umsatzverbissen. Wenn ich jeden Tag mein Bestes gebe, mit vollem Herzen, dann kommt der Rest von ganz alleine.« Aus eigener Erfahrung weiß sie ebenfalls, dass es nicht gut ist, allzu fokussiert auf ein Ziel zu sein. »Denn vielleicht sind am Wegesrand noch andere Optionen, die viel besser sind als das ursprüngliche Ziel.« Dennoch appelliert Sie, sich auf seine Ziele zu fokussieren und sich Werkzeuge zur Zielerreichung anzueignen, ohne die Scheuklappen zu eng zu schnallen. »Nicht zu versessen sein, immer offen bleiben, vielleicht entstehen auf dem Weg neue Möglichkeiten.«



Am Ende des Interviews sprechen wir noch über die Herausforderungen für Unternehmen in der heutigen Zeit. »Neben Mitarbeitergewinnung und –Bindung gehört hier ganz bestimmt die Generation Y dazu. Die möchten mehr Sinn in ihrer Arbeit und sind anders anspruchsvoll.« Auf die Abschlussfrage »Was raten Sie denn der jungen Generation Y in Sachen Selbstführung?« antwortet sie »Passt auf Euch auf, hört in Euch hinein. Lernt Eure Grenzen kennen, dann könnt Ihr auch besser auf Euch aufpassen. Eignet Euch Instrumente zur Selbstführung an. Und: Hört auf Euer Herz und folgt diesem.«

Ein Anspruch von Tina Voß und ihren Kollegen ist, dass sich jeder nach einem Gespräch mindestens genauso gut wenn nicht sogar besser fühlt. Dies ist nach unserem Businesstalk auf jeden Fall so. Ganz herzlichen Dank für Ihre Zeit und Ihre Offenheit Tina Voß!


Mehr Informationen: http://www.tina-voss.de und http://www.frau-voss.com     

0 Kommentare

5 Take-Aways :: »Beziehung und Business«

»Beziehungen und Beziehungsgestaltung werden total unterschätzt« ist mein persönliches Fazit nach zwei Tagen Konferenz Ende Mai. Am 28. Und 29. Mai fand zum zweiten Mal eine Konferenz von in-stability in Hannover statt. Das Thema: »Beziehung und Business«. Was sich im ersten Moment nach vielem und nichts anhört, entpuppte sich sehr schnell als allgegenwärtiges Spannungsfeld im täglichen Handeln. Denn wir alle haben das Bedürfnis, eine gute Beziehung zu uns selbst und zu anderen Menschen zu gestalten.


Im Folgenden meine fünf persönlichen Highlights:

1.     Business ist durch Beziehung besser möglich: »Ist Beziehung und Business nicht ein Widerspruch?« - mit dieser Frage eröffneten Dr. Michael Korpiun und Martin Thiele ihren Einstiegsvortrag. Die Antwort ist Nein: Es ist wissenschaftlich belegt, dass Aufmerksamkeit, Wertschätzung, Beachtung einen positiven Einfluss auf die Produktivität haben. Letztlich fielen mir in diesem Zusammenhang zum Zusammenhang zwischen dem Gefühl der Rückendeckung (soziale Unterstützung) im Zusammenhang mit Burnout-Risiko ein: Haben Mitarbeiter das Gefühl der sozialen Unterstützung durch ihre Führungskraft, ist das Burnout-Risiko signifikant niedriger.

2.     Führung ist Beziehungsgestaltung und keine Einbahnstraße: Für eine erfolgreiche, stimmige Beziehungsgestaltung ist sowohl die Führungskraft als auch der einzelne Mitarbeiter verantwortlich und zwar 50-50! Führungskräfte sind oftmals in der Überverantwortung, die den Mitarbeiter wiederum in einer Konsumhaltung unterstützt. Die Referenten ermutigen eine von beiden Seiten aktive und gleichberechtigte Beziehungsgestaltung mit bewusster Entscheidung über gemeinsame Ziele und auch Differenzen in der Beziehung.

3.     Selbstreflexion und Selbstführung als wichtige Voraussetzung für Beziehungsgestaltung: Bevor wir gut mit anderen umgehen können, benötigen wir eine gute Beziehung zu uns selbst. Nur durch Abstand zu uns selbst können wir in einer Beziehung zu anderen Nähe und Distanz aussteuern, uns abgrenzen und die Beziehungen bewusst gestalten.

4.     Relationales statt lineares Denken: Wir müssen weg von einem linearen Anspruch und Checklisten-Denken: Wenn wir A machen, kommt B heraus – ohne Berücksichtigung der individuellen und organisatorischer Kontexte. Ein relationaler Ansatz meint die Beziehungen von einem selbst zu sich selbst, zu anderen und zum Gestaltungsraum zu sehen. Er weitet den Blick und gibt in die Verantwortung zurück zu jedem von uns, in dem wir für uns in unseren Kontexten nach Antworten suchen.

5.     Gefühle sind unser Antrieb: Was macht eine gute Beziehung aus? Lässt sich dies an irgendwelchen Fakten ablesen, gibt es dafür einen Indikator? Ja. Doch es ist ein weicher Indikator. Es sind Gefühle, die uns steuern. Wenn wir uns gut mit uns fühlen, sind wir offener für andere. Das ist sowohl für Führungskräfte als auch für Mitarbeiter entscheidend. Und wir möchten uns in der Beziehung zu anderen gut fühlen, wir möchten als Mensch gesehen und respektiert werden. Und wenn wir selbst unsere Gefühle regulieren können, können wir uns eher auch auf die Gefühle der anderen einstellen.

Und als wirklich ganz persönliches Highlight habe ich ein Maskottchen für mein Kutschenmodell geschenkt bekommen! Sie hat meine Pferde in einem unserem Ausbildungsmodul gesehen, als ich mein Kutschenmodell auf die Probe gestellt habe und musste direkt an ihre „alte Socke“ denken – lieben Dank Doro!

mehr lesen 0 Kommentare

Kein Fake sondern »my way«: Mein neues Buch ist fertig! 

Zugegeben, an sich habe ich schon länger an meinem zweiten Buch gearbeitet. Ursprünglich war der Plan, dass ich mein erstes Buch »STRANDKORB-PRINZIP« ganz einfach überarbeite und ergänze. Das habe ich seit einem Jahr probiert. Immer wieder angefangen und aufgehört, abgebrochen. Stückwerk. Nichts für mich. Es war nicht mehr stimmig, an etwas altem rumzuschrauben. Zumal seit 2010 auch so viel passiert ist. Parallel habe ich mich in dieser Phase immer an anderen orientiert. Am Schreibstil, an der Aussage. So hatte ich jeden Tag eine neue Idee: ich muss doch mehr über Resilienz schreiben, DAS Thema dieser Zeit. Oder doch Achtsamkeit? Zu statisch und dann irgendwo auch nur ein Aspekt.


Irgendwann, Ende März, dann der Entschluss: Ich mach kein Fake, ich möchte kein Thema kopieren und mich auch an keinem Schreibstil orientieren. Alles aus dem Blickfeld, nur minimalste Recherche. Meine Worte finden. Mit dem Vortragstitel zum Pecha-Kucha-Vortrag war dann der Titel gefunden: »Kino. Kiffen. Und die neue Zügellosigkeit.« Der Titel sorgt in jedem Gespräch für Neugierde und Spaß und so sagten meine Zuhörer: Ja, so ein Buch würde ich gerne mal zwischen den ganzen Ratgebern sehen!


Die neue Zügellosigkeit direkt anwenden. Im Kopf habe ich mich frei gemacht: Frei von eigenen Ansprüchen und Perfektionismus. Sondern einfach schreiben, mit Begeisterung und Leichtigkeit, ein kleines Büchlein. Wenn es 60 Seiten werden gut, es müssen nicht mehr sein. Keine Beschränkungen, keine Zahlenziele. Nun sind es mit Begeisterung und Leichtigkeit knappe 180 Seiten geworden. Wichtiger war für mich die innere Einstellung, wie ich mein Ziel erreichen möchte.


Und der rote Faden: Wie wende ich das Kutschenmodell an? Was erscheint mir relevant? Und was sind Impulse? Eine große Stichwortliste entstand. So wurde aus einem großen Projekt, aus einer unglaublich großen Salami, viele kleine Salami-Scheiben, die auch mal zwischendurch zu machen sind. So hatte das Kopfkino »ich brauche jetzt aber mal einen halben Tag Zeit um zu schreiben« keine Chance, selbst 15 Minuten reichten für ein Kapitel oder zumindest erste Stichworte dazu. 15 Minuten können verdammt produktiv sein, wenn Störungen von außen und von innen ausgeschaltet werden. Ebenfalls nutzte ich gerne eine Technik aus meinem Lauftraining am Schreibtisch: Intervalltraining! 30 Minuten schreiben, 10 Minuten Pause und das ein paar mal hintereinander.


Und: große Pausen sind wichtig. Sich nicht verbeißen, sondern dem Prozess der Ruhe und Muße vertrauen, dass sich eine Lösung finden wird. Im Wald beim Laufen, unter der Dusche, im Gespräch, wo auch immer.

Und wenn Sie für sich denken: ja ich möchte auch ein Buch schreiben, aber wer verlegt es denn? Diese Schreibblockade ist leicht gelöst: Machen Sie es im Eigenverlag (zum Beispiel Books on Demand).


In den nächsten Wochen werde ich regelmäßig über das Buch und seine Inhalte berichten und den Appetit anregen. Der rote Faden ist das Kutschenmodell mit seinen sechs Faktoren der Selbstführung: Faktor Selbstreflexion, Faktor Ziele, Faktor Fokus, Faktor Psyche, Faktor Körper und Faktor Haltung. Abgerundet und aufgelockert durch Impulse sowie fast 50 Skizzen.


Der Buchpreis: € 15,00 in gedruckter Form sowie vermutlich € 8,49 für das ebook, ab spätestens Juli 2015. Vorbestellungen gerne unter kontakt@ankevonplaten.de.


Jetzt geht es für vier Exemplare erst einmal auf große Reise zu den fleißigen Korrekturlesern. Also: Fangen auch Sie Ihr Projekt einfach an, stückeln Sie es klein und dann einfach machen!

mehr lesen 0 Kommentare

Zügellos durch die Pecha-Kucha-Nacht in Hannover

Am 4. Mai 2015 war es soweit. Die Pecha-Kucha-Night in Hannover und ich war als Referentin mit dabei. »Pecha-Kucha« ist ein spezielles Vortragsformat aus Japan und meint übersetzt »Wildes Geplapper«. Die Vortragsvorgaben sind hart: Jeder Referent hat 20 Folien Zeit, und jede Folie bleibt genau 20 Sekunden stehen. Also hatte ich 6:40 Minuten für mein Thema. Am Ende des Abends wird ein Gewinner gekührt. 


Einen längeren Vortrag zu gestalten ist einfacher.. Der Titel sollte kurz und knackig sein, ich wollte zumindest schon mit dem Titel Aufmerksamkeit wecken. Mit »Kino. Kiffen. Und die neue Zügellosigkeit. - Von der Kunst sich selbst zu führen.« hatte ich dann nicht nur einen Vortragstitel gefunden, sondern auch den Titel meines nächsten Buches. 


Welche 20 Folien wähle ich aus? Und welche Bilder wähle ich? Schnell wurde klar: Bevor ich stundenlang in Fotoarchiven recherchiere, mache ich die Bilder doch selbst! Zeichnen macht mir Spaß und das lässt mein Thema vielleicht noch ein wenig mehr abheben. 


So lief die Vorbereitung gut bis zum Donnerstag vor dem Montag, als wir mit Freunden essen waren. »Anke, Du musst doch gewinnen!« redeten sie mir ein... Hilfe, ich wollte einfach nur einen guten Vortrag abliefern... Doch dieser letzte Druck pushte mich noch ein wenig mehr, verfeinerte den roten Faden. Und dennoch war ich irre aufgeregt bis ich endlich auf der Bühne stand. Und schon war es auch wieder vorbei. Das waren bisher die kürzesten 7 Minuten für mich!  »Trainiere die Standards« habe ich mal aus einem Training mitgenommen. Das Üben hat sich gelohnt, so konnte ich zumindest für mich die Zügel in der Hand behalten.


Tja und dann wurde ich tatsächlich vom Publikum als beste Rednerin am Ende des Abends gekührt, mit Pokal und Urkunde - das letzte Mal ist mir das bei einem Tischtennis-Turnier in den 80er Jahren passiert ;) Und ich freue mich sehr! 


Doch sehen Sie selbst, was sich hinter dem Kiffen und der Zügellosigkeit verbirgt: 

mehr lesen 2 Kommentare

Selbstführung ist für uns nicht relevant

Vor zwei Wochen hatte ich einen wunderbaren Austausch mit René Salmon von »stups« aus Hannover. René führt eine junge, frische und durchaus andere Unternehmensberatung und wir wollten unseren Smalltalk auf einer Netzwerkveranstaltung fortsetzen und unsere »Geschäfte« besser kennen lernen.

  

Eine super Gelegenheit für mich, einen weiteren Einblick in die viel beschriebene und von mir noch nicht wirklich verstandene »Generation Y« zu bekommen und des Weiteren, um einen interessanten Gesprächspartner zum Thema Selbstführung zu haben. Gleichzeitig erleben viele ein Gespräch über Selbstführung sogleich als Gewinn der eigenen Klarheit und Sensibilisierung – von daher »win-win« beim Cappuchino. Als wir dann über das Thema Selbstführung zu sprechen kamen und was mein Modell dazu alles beinhaltet, meinte René auf meine Frage »Wie führt sich Eure Generation denn selbst?« - »Du, das Thema ist für uns überhaupt nicht relevant, wir müssen uns erst einmal selbst finden, bevor wir uns führen können.« Aha, geht diese Generation also zügellos durch ihr Leben? Wohl nicht, denn auch sie haben Ziele und möchten diese erreichen, oder? 

  

Bei mir löste diese Frage einen super Denkprozess noch lange nach dem Gespräch in Gang: Wie hängen Selbstführung und Selbstfindung zusammen? Müssen wir uns tatsächlich erst finden, bevor wir uns führen können? Oder können wir uns auf dem Weg der Selbstführung finden? Spannend. Wie finden wir uns? Und wo?

  

Um uns selbst zu finden, können wir wohl nicht nur im stillen Kämmerlein sitzen. Wir brauchen den Austausch, wir brauchen Resonanz – durch unser Umfeld, unsere Aufgaben, unsere Ziele, unsere Höhen und unsere Tiefen, durch das Ausprobieren verschiedener Wege. Und auf unserem Weg merken wir, ob wir zum Weg passen oder auch nicht.

  

Und so glaube ich schon, dass wir durch unsere Selbstführung uns jeden Tag ein wenig mehr selbst finden können. Zum Beispiel indem wir uns durch Fokussierung mehr und mehr auf uns selbst konzentrieren, anstatt ständig auf Andere zu schauen. Bei uns selbst bleiben, ausprobieren. Entscheiden, Nachjustieren, Spielen, Weitergehen.

 

Zur Selbstführung gehören zum Beispiel unsere Ziele, unsere Werte und Bedürfnisse, unsere Gedanken und Emotionen sowie die Haltung, mit der wir durch unser Leben gehen. Und auch unsere tiefsten Wünsche und Träume. Nicht zu vergessen: Unser Körper, der uns sehr loyal auf unserem Weg trägt und uns viele (nicht alle) Ausrutscher verzeiht.

  

Letzte Woche kam dann eine Nachricht von René mit folgendem Zitat: »Life isn’t about finding yourself – Life ist about creating yourself.« (George Bernard Shaw). Hören wir also auf zu suchen und zu finden, sondern fangen wir an, unseren Weg zu gehen. Danke René für unser sehr inspirierendes Gespräch!

mehr lesen 0 Kommentare

Von 63 Sekunden lasse ich mir den coolsten Lauf nicht verderben oder Erfolg – was ist das eigentlich? 

»Viel Erfolg!« - das wünschten mir meine Familie und Freunde vor meinem Halbmarathon am 19. April 2015 in Hannover.


Ein Grund mehr, das Thema »Erfolg« einmal genauer zu betrachten. Erfolg bedeutet nach einer allgemeinen Definition »Art und Grad der Zielerreichung«.


Ja, das Ziel wollte ich unbedingt erreichen. Das war mein Minimal- oder auch eisernes Ziel: Nach 21,195 km anzukommen. Und im Idealfall sollte es unter meiner persönlichen Schallmauer von 2 Stunden liegen. Meine persönliche Bestzeit als junger Hüpfer vor 10 Jahren stand außer Frage.


Die Art der Zielerreichung war für mich irgendetwas zwischen »alles geben«, »lächelnd ins Ziel kommen« und »möglichst viel Spaß haben und die Stimmung aufsaugen«. Zusammen mit einem Freund und ohne Musik im Ohr (ein Novum für mich!) haben wir uns auf den Weg gemacht und uns gegenseitig gezogen. 

Und es war fantastisch! Die ersten 15 km vergingen wie im Flug, wir wurden angefeuert, haben selbst die Zuschauer zum Anfeuern angefeuert und uns bei jeder Trommlergruppe lauthals bedankt. Machten Scherze am laufenden Band, verlangten nach Pizza und Sauerkraut bei den Verpflegungsstellen und bekamen doch nur Wasser und Energiegels. Es waren die coolsten, schönsten, emotionalsten 15 km, die ich je gelaufen bin. Nicht zu vergessen die Stimmung in einem Tunnel mit fantastischen Klatsch- und Anfeuerungsgekreische der Läufermasse. Wahnsinn!

 

 

Ab km 15 verflog die Leichtigkeit bei mir und die inneren Gespräche zwischen Körper und Kopf nahmen zu, gepaart durch zackige Ansagen meines persönlichen »Pacemakers«, ich solle jetzt doch endlich mal die Pobacken zusammen kneifen, den Kopf ausschalten und die Füße hochheben – na danke... weit gefehlt, »Flasche leer«. Ohne ihn wäre ich sicherlich ein paar Meter gegangen oder hätte mich in die U-Bahn gesetzt. Die Ente ist hinten fett haben wir am Anfang gesagt. Ich hatte wohl zu viel Begeisterung am Anfang auf der Strecke gelassen und so war die Ente bei meinem Ende am verhungern.

 

 

Irgendwie kam ich dann doch ins Ziel, 63 Sekunden über meinem Idealziel, aber gesund und glücklich. Scherzhafte »Aber du wolltest doch unter zwei Stunden laufen!?« lächelte ich weg. Denn mehr ging nicht: Mehr Stimmung aufnehmen und auch nicht mehr schneller laufen zum Schluss. 


War ich nun erfolgreich? Ja. Ich hatte die beste Art der Zielerreichung seit langem, habe die Stimmung aufgesogen und habe mein Minimalziel erreicht wenn nicht sogar übertroffen. Letztendlich stand ich vor der Frage: Quäle ich mich jetzt bis zum Umfallen, nur um unter 2:00 Stunden zu bleiben? Oder schraube ich meine Ansprüche herunter? Aus Liebe und Respekt zu meinem Körper und weil ich mit einem halbwegs freundlichen Gesicht ankommen wollte, habe ich Alternative zwei gewählt.

  

Und ich glaube, die Frage welche Ziele wir erreichen wollen und vor allen Dingen, WIE wir Ziele erreichen wollen, sollten wir uns öfter im Alltag stellen. Wir könnten auch »Art« als englisch begreifen und über die Kunst der Zielerreichung sprechen, das macht es noch kreativer. 

Welche Ziele sind realistisch für MICH? Hier geht es auch um Akzeptanz der eigenen Grenzen und individuellen Stärken. Sowohl im Tagesverlauf als auch in der Wochenplanung oder auf ein paar Jahre bezogen. Wenn ein Tag voller Termine ist, brauche ich mich nicht noch mit Konzeptarbeit zu quälen. Und als Hobbysportlerin brauche ich mir auch nicht vormachen, ganz vorne mitzulaufen. 

 

Und die Quäl-Fragen sind wichtig, denn wie oft quälen wir uns, weil wir denken "das muss doch so" - aber wer sagt denn das? Wie weit möchte ich mich quälen? Was ist die eigene Schmerzgrenze? Was ist wichtiger: die Art wie wir Ziele erreichen? Oder den Grad der Zielerreichung? Wie hoch setzen wir die Ziele?

 

Eine gute Freundin schrieb mir gestern morgen eine SMS und wünschte mir »ein genussvolles Erfolgserlebnis« - das find ich gut, denn solange wir noch genießen können, quälen wir uns nicht! Also, seien wir nicht so streng mit uns selbst, lassen wir die Zügel mal ein wenig lockerer und genießen Weg. Dann sind 63 Sekunden auch egal, denn die Art ist viel wichtiger. 

1 Kommentare

Das Ding mit den Zielen - und magische 3 Buchstaben.

Das erste Quartal ist um. Wie steht es um Ihre Zielerreichung für dieses Jahr? Von Kunden, Teilnehmern und Kollegen höre ich nicht selten »Meine Güte, schon wieder April, wo ist bloß die Zeit geblieben?« Im Alltag verlieren wir unsere Ziele gerne aus dem Blickfeld... erscheinen Meetings, kurzfristige Anfragen und E-Mails doch viel wichtiger. 

Zur Selbstführung gehört nicht nur die Bewegung in die richtige Richtung sondern auch die Auszeit, die bewusste Reflektion. Nehmen Sie sich am Wochenende Stift und Papier sowie 30 Minuten Zeit und reflektieren Sie: 

Bin ich noch auf meinem Weg? Was waren eigentlich meine Ziele für 2015? Und was habe ich schon erreicht? 

Ziele setzen fällt uns ja häufig leichter, als dann wirklich dran zu bleiben. Erinnern Sie sich täglich an Ihre Ziele, zum Beispiel durch ein Post-It im Planer oder in der Geldbörse, im Auto, an der Zahnbürste - oder eine andere Alltags-Stelle. Schreiben Sie auf dieses Post-It Ihre zwei wichtigsten Ziele auf. Und darunter die Frage: 

»Was habe ich heute für meine Ziele getan?«

Ziele geben uns Klarheit und Entscheidungsunterstützung, zum Beispiel: Lasse ich mich jetzt durch die große weite Welt des Internets verführen oder konzentriere ich mich 30 Minuten auf das Konzept? Meiner Meinung nach unterschätzen wir den Wert von 30 Minuten immens. Oder auch von 2 Minuten. Vieles, was uns »nervt«, ist recht schnell erledigt. Wenn wir es denn einfach tun. Erfolg, persönlicher Erfolg hat nach Goethe drei Buchstaben: TUN. 

0 Kommentare

4. Mai 2015 :: Öffentlicher Vortrag auf der 20x20 Business Night in Hannover

... ist der Titel meines neuen Buchprojektes (erscheint im Mai 2015) und so ist auch der Titel meines Vortrages auf der 20x20-Business-Night in Hannover. Ab 18:00 Uhr geht es los. Die Herausforderung für jeden Referenten: Jeder hat nur 20 Folien à 20 Sekunden Zeit, sein Thema unterhaltsam darzustellen. Ich freue mich über Ihren Besuch! 

Mehr Informationen gibt es direkt auf der Veranstalter-Seite: http://www.20-20-business-night.com 

und anbei integriere ich den Newsletter der Veranstalter: 

mehr lesen 1 Kommentare

Das war der Strandkorb auf der didacta 

Am 26. Februar hatte der Strandkorb Premiere auf der didacta, der größten Bildungsmesse in Europa. Für mich ein Heimspiel in Hannover. Im Impulsvortrag, initiiert durch den Gabal Trainerverband, ging es um das Thema Selbst-Führung. Die zahlreichen Zuhörer bekamen Einblick in meine »Malkünste« und zahlreiche Impulse aus dem Strandkorb-Prinzip, wie wir uns selbst im heutigen Arbeitsalltag besser führen können, selbstbestimmter leben, anstatt gelebt zu werden. Und nicht zu letzt diente die Zeit auf der didacta auch dem Netzwerken: So haben Michael Vaas - der Optimierungsexperte - und ich uns endlich einmal persönlich kennen gelernt, nachdem wir uns bereits in zahlreichen Telefonaten ausgetauscht hatten. 

mehr lesen 0 Kommentare

Der Wert »Gesundheit«

Gesundheit und Erfolg neu denken bedeutet auch, sich seiner eigenen Werte und Einstellungen bewusst zu werden. 

Was steuert uns in unserem Leben, in unserem Alltag? Wonach entscheiden wir und warum motivieren uns manche Aufgaben und andere wiederum nicht? Warum werden wir bei einigen Themen emotional und gestresst? 

All dies hat mit unseren inneren Werten zu tun. Diese zu kennen, lohnt sich. Denn dadurch lernen wir uns selbst wieder ein Stück besser kennen und können uns ein wenig besser führen. 

Doch was sind Werte? Werte sind Handlungsziele, Sinndeutungen und Lebensinhalte, die ein Individuum oder eine Gruppe für erstrebenswert halten. Werte steuern uns. Werte sind für uns wie Leuchttürme, an denen wir uns orientieren. Ist für eine Person »Pünktlichkeit« ein hoher Wert, wird diese Person sehr unruhig auf unpünktliche Personen oder Verspätungen bei der Bahn reagieren. Können wir nach unseren Werten leben, verspüren wir Energie und Motivation. 

Wie können wir unsere Werte erkennen? Dazu gibt es verschiedene Optionen: Beobachten Sie, in welchen Situationen Sie sehr emotional oder gestresst reagieren - dies kann ein Indiz dafür sein, dass ein Wert von Ihnen verletzt wurde. Dies können wir zum Beispiel im Nachgang einer Diskussion machen oder in einer ruhigen Stunde am Wochenende. 

 

Eine andere Möglichkeit besteht darin, sich eine Wertehierarchie zu erarbeiten. Dazu gibt es im Internet Arbeitsblätter. In Coachings, Workshops und Seminaren stelle ich mit den Teilnehmern eine Wertehierarchie auf. Teilnehmer sind danach oftmals überrascht, welches ihre Top-Werte sind. Sie finden das Erkennen der eigenen Werte als sehr hilfreich, um sich nun besser führen zu können. 

 

Interessant ist in diesem Zusammenhang die Beobachtung, ob der Wert »Gesundheit« in den Top 10 auftaucht. Auffallend ist, das Teilnehmer, bei denen der Wert Gesundheit auf der Nummer 1 ist, sich gut und wenig gestresst fühlen. Für Sie ist die Grundsatzfrage im Alltag bzw. auch dann, wenn es anstrengend und stressig wird »Wo ist hier für mich gesundheitlich die Grenze, ist es mir das wert? Welchen Preis bin ich zu zahlen? Grüble ich jetzt noch weiter, bringt mir das was? Nein, ich kann daran jetzt nichts ändern, ich lasse es.« Für diese Menschen ist es das allerwichtigste, gesund zu bleiben - denn ansonsten können sie nicht mehr gut arbeiten, für die Familie sorgen und das Leben genießen. 

 

Abschließen möchte ich diesen Blogeintrag beenden mit der Frage: Wie würde Ihr Leben aussehen, wenn der Wert der eigenen Gesundheit ganz oben stehen würde? 


Fotoquelle: fotolia

mehr lesen 0 Kommentare

Achtsamkeit statt Hamsterrad

Das Jahr 2015 hat stürmisch begonnen - nicht nur wettertechnisch sondern auch auf vielen Schreibtischen. In Gesprächen fällt immer öfter »ich bin schon wieder voll im Hamsterrad und es dreht sich immer schneller«. Parallel dazu steigt die Sehnsucht, dieses Hamsterrad zu verlassen. Wie kann das gehen? Heute morgen hatte ich die Gelegenheit, genau zu diesem Thema einen Kurzvortrag zu halten. 

Hamsterrad bedeutet Aktionismus, To Do Listen, produktiv sein. Und wir haben das Gefühl, dass das Rad sich schneller dreht, als wir es wirklich können. 


Eine Möglichkeit aus dem Hamsterrad auszusteigen bietet das Konzept der Achtsamkeit. Achtsamkeit bedeutet, voll und ganz im Augenblick zu sein, wirklich da zu sein, wo wir sind. Bei der E-Mail, beim Telefonat, beim Vorgang XY. Und sich auch bewusst zu sein, wenn der Kopf schon weiter in der Zukunft ist, beim nächsten Termin oder »Mensch, den Herrn Müller muss ich doch auch noch anrufen« oder noch in der Vergangenheit »Ah heute morgen ... das hätte ich besser machen können«. Mit dem Konzept der Achtsamkeit nehmen wir einfach wahr was ist, ohne zu urteilen und uns innerlich zu kritisieren.

Das bedeutet in den obigen Beispielen: Wir nehmen wahr, dass unsere Gedanken woanders sind und sagen uns innerlich »Ich nehme wahr, dass ich abschweife, jetzt komme ich wieder zurück«. Vielen Menschen hilft es auch, sich diese Gedanken kurz zu notieren (»Müller anrufen«) und dann zur Aufgabe zurückzukehren. 


Eine Methode der Achtsamkeit besteht darin, seine Gefühle und Gedanken zu benennen. Dadurch werden sie weniger bedrohlich. Wir können somit unserem inneren Hamster ein freundliches »Hallo!« zurufen und uns dann umschauen, ob wir tatsächlich in einem Hamsterrad sitzen.


Das Gefühl des Hamsterrad entsteht meines Erachtens primär dadurch, dass unsere Gedanken und Gefühle mit uns durchdrehen und sich ein Kopfkino verselbständigt, welches sich in der Zukunft abspielt: »Das noch und das noch... herrje, wie soll ich das alles schaffen, ... das geht gar nicht ...«. Oft haben wir vielleicht auch das Gefühl, jetzt nicht die Zeit zu haben, uns wirklich mit dem einen Vorgang komplett zu beschäftigen. Probieren Sie es aus, lassen Sie sich komplett darauf ein. Und schauen Sie, welche Erfahrungen Sie machen. 


Achtsam sein im Businessalltag bedeutet auch, sich aus einer Beobachterperspektive wahrzunehmen. Wenn wir uns überlegen, wie wir unser Verhalten beschreiben würden, benennen wir unser Verhalten. Dadurch bekommen wir automatisch Abstand zu uns, welcher uns handlungsfähiger macht. 


Und weitere ausführliche Tipps, wie wir mit Achtsamkeit aus dem Hamsterrad aussteigen können, gibt es in meinen Vorträgen oder auch in meinem Buch »Strandkorb-Prinzip«. 


(Foto: fotolia.com)

mehr lesen 0 Kommentare

Achtsamkeit, Flow und Erfolg - neu gedacht!

Wenn wir über die Vereinbarkeit und Verbindung von Erfolg und Gesundheit nachdenken, kommen wir am Thema Achtsamkeit nicht vorbei. Und wir kommen nicht am Konzept der »Theory of Awesomeness« von Vishen Lakhiani von mindvalley vorbei. In diesem Konzept beschreibt er wunderbar, wie wir durch eine Balance von »Happy in the Now« und einer »Vision« unserer Zukunft ständig in einem Flow-Zustand sein können - bzw. zeigt er aus seiner Sicht die Stellschrauben auf, an denen wir drehen können. Sein Impuls: »create a life, not a career«. Obwohl ich persönlich mit dem Begriff der Balance nicht einverstanden bin (bei »Balance« impliziert zumindest in meinem Kopf die Schublade ausgeglichen, 50/50 und somit unrealistisch), finde ich dennoch die Mischung und Integration der beiden Denkausrichtungen (Zukunft und Jetzt) absolut richtig und notwendig, die Grafik und das Video jedes Mal wieder eine tolle Inspiration. Viel zu oft rennen bzw. hetzen wir doch Zielen hinterher, und genießen gar nicht den Weg sowie die einzelnen Schritte dorthin oder nehmen sie nicht wirklich wahr. Mehr dazu: das Video zum Konzept: https://www.youtube.com/watch?v=XeegyZfnaaQ

mehr lesen 0 Kommentare

Neujahrsvorsätze einmal anders

Das Jahr ist nun schon wieder eine Woche »jung«. Viele Menschen haben Neujahrsvorsätze formuliert. Die Top 5 sind laut einer Studie der DAK 

  1. Stress vermeiden / abbauen  
  2. Mehr Zeit für Familie und Freunde
  3. Mehr bewegen / Sport 
  4. Mehr Zeit für mich selbst 
  5. Gesünder ernähren 

Egal wie Ihre guten Vorsätze aussehen oder auch wenn Sie gar keine Vorsätze haben, möchte ich Ihnen einige Fragen zum Weiterdenken mitgeben. Das Beantworten dieser Fragen - am besten schriftlich - fördert aus meiner Erfahrung heraus das nachhaltige Umsetzen:

  • Warum genau möchte ich ...?
  • Wie wichtig ist mir meine Gesundheit/Zufriedenheit in 2015? Was genau verstehe ich unter Gesundheit und Zufriedenheit, wie merke ich Gesundheit und Zufriedenheit in meinem Alltag?
  • Was bedeutet für mich in 2015 Erfolg? Was ist in einem Jahr anders, wenn 2015 erfolgreich war?
  • Was ist mir wichtiger: Erfolg oder Gesundheit? Wie sehe ich für mich den Zusammenhang zwischen Erfolg und Gesundheit?

Etablieren Sie für sich einen persönlichen JourFix, zum Beispiel monatlich oder einmal pro Quartal, wo Sie sich Ihre Fragen und Antworten anschauen, reflektieren und überarbeiten. So bleiben Sie dran! Viel Erfolg! 

0 Kommentare

Mit Vorträgen mehr erreichen

Ab 2015 werde ich mich mehr auf mein Produkt »Vorträge« konzentrieren. Dieses Format macht mir riesig Spaß und nach 6 Jahren Erfahrung in Coachings und Workshops ist es nun an der Zeit, meine vielen Erfahrungen verdichtet weiterzugeben. Denn mit Vorträgen können wir mehr erreichen, vor allen Dingen mehr Menschen! So erhalten mehr Teilnehmer wertvolle und frische Impulse, wie sie sich gesund weiterentwickeln können, ihren Lebensstil optimieren können, aus dem Hamsterrad aussteigen und durch einfache Maßnahmen erfolgreicher werden.


Aus zwei Basiskonzepten entwickle ich zusammen mit Ihnen einen maßgeschneiderten Vortrag für Ihre Veranstaltung und Zielgruppe: 


Basiskonzept 1: Gesundheit neu denken. Und einfach erfolgreich leben. 

Ein Vortrag für alle, die einfach erfolgreich leben möchten und nach einfachen Möglichkeiten suchen, im Fluss des Lebens leichter zu schwimmen. Offene Menschen, die sich für mentale Techniken im Alltag interessieren. Jeder, der mehr für sich im Alltag tun möchte – ohne Yogamatte und grüne Äpfel.


Basiskonzept 2: Gesundheit neu denken. Und managen. 

Ein Vortrag für Führungskräfte. Sie reflektieren ihren Führungsstil durch die Brille und Fragestellung »Wie kann ich den Erfolg und die Gesundheit im Team fördern?“. Sie erhalten nicht nur konkrete Tipps für ihren Führungsalltag, sondern nehmen auch für sich persönlich einen Impuls mit.


Mehr Informationen finden Sie unter Vorträge

0 Kommentare

Drei Grundzutaten für ein gutes, gesundes Leben

Wir brauchen "nur" drei Grundzutaten für unser Wohlbefinden: Klarheit, Machbarkeit und Sinn. Das meint die Salutogenese nach Aaron Antonovsky. Da ich dieses Konzept sowohl in Einzelcoachings als auch in meinen Seminaren und Teamcoachings einsetze, möchte es heute ausführlich vorstellen. 


Die Weltgesundheitsorganisation definierte 1946 Gesundheit des Menschen als „ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen.“ (Buer & Schmidt-Lellek, 2008). Diese Definition ist vielzitiert und wirkt durch das Adjektiv “vollständig” absolut, Gesundheit damit fast unerreichbar.

Seit den 70er Jahren kennen wir das Konzept der Gesundheitsentstehung “Salutogenese” von Aaron Antonovsky. Salutogenese versteht Gesundheit als aktiven Prozess. Er beschreibt die Salutogenese als tiefes “Gefühl des Vertrauens, dass die Ereignisse unseres Lebens durch Verstehbarkeit, Beeinflussbarkeit und Sinnhaftigkeit charakterisiert sind.” sprich, wenn

  • wir verstehen und Klarheit haben, was auf uns zukommt, 
  • wenn wir das Gefühl haben, unser Leben beeinflussen zu können und alle Ressourcen haben, um die anstehenden Anforderungen zu bewältigen und 
  • wenn wir letztlich einen Sinn und eine lohnenswerte Anstrengung in der Bewältigung unserer Aufgaben sehen, 

genau dann fühlt sich unser Leben rund, stimmig und ja, gesund für uns an. Wir können an der Definition von Antonovsky erkennen und nachvollziehen: Gesundheit und das Gefühl der Stimmigkeit ist so individuell wie wir Menschen sind. Und vor allem: Gesundheit wird realistisch und erreichbar. 

Und wir können sehr schnell eine Brücke zum Wohlbefinden und Stimmigkeitserleben bei der Arbeit schlagen und erkennen, wann Arbeit gesund erhält: Wenn wir zum Beispiel Klarheit über die Erwartungen an uns haben, unsere Rolle im Unternehmen klar ist, wenn ich weiß, was mich in den nächsten Wochen an Aufgaben erwartet und wenn mein Umfeld inklusive meiner Führungskraft berechenbar ist (alle Aspekte zum Thema Klarheit). 


Salutogenese bedeutet keine Einbahnstraße, sprich ich warte als Mitarbeiter nicht auf meine Führungskraft, bis sie mir Klarheit verschafft, sondern ich fordere als Mitarbeiter auch Klarheit, Machbarkeit (Hey Chef, ich brauche eine Weiterbildung) und auch Sinn (Wozu soll ich das jetzt machen?) ein. So ist das Konzept der Salutogenese in Teamentwicklungsworkshop ein super Analyse-Instrument: Was ist schon gut, was ist vorhanden, was unterstützt Klarheit, Machbarkeit und Sinn/Wertschätzung und wo mangelt es? Und wir können schauen, wo Defizite sind und was das Team alleine und zusammen mit der Führungskraft tun kann, um diese zu minimieren. 


Im Einzelcoaching geht es ebenfalls zunächst um die Analyse. Dann können wir das Modell der Salutogenese nutzen, um alle drei Säulen zu stärken. Im Sinne der eigenen Gesundheit beispielsweise durch die Fragen: 

Wozu will ich etwas für mich tun? Was ist der Sinn dabei? 

Verstehe ich mich in meinem "Gesundheitsverhalten", verstehe ich "Gesundheit" oder wo benötige ich Klarheit und Transparenz? 

Was kann ich wie tun, um mehr für mich zu tun, besser zu schlafen, besser für mich durch Ernährung zu sorgen, mich mehr zu bewegen, etc.? 


0 Kommentare